Ausschuss genehmigt Herausnahme aus Naturpark-Zone
Platz für Gewerbe

Lokales
Schwandorf
19.11.2015
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Wenn Kommunen die Herausnahme von Flächen aus der Schutzzone des Naturparks "Oberpfälzer Wald" beantragen, geht es meistens um Windkraft. Anders in dem Fall, mit dem sich der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik bei seiner Sitzung am Montag am Landratsamt zu befassen hatte: Die Stadt Pfreimd will ein 1,64 Hektar großes Areal aus der Schutzzone herausnehmen, um dort ein Gewerbegebiet entstehen zu lassen.

Als Begründung führte die Verwaltung an, dass im gesamten Stadtgebiet keine anderen Flächen für Gewerbe zur Verfügung stünden. Das jetzt beantragte Grundstück schließt an das bestehende Gewerbegebiet an. Einer Herausnahme des Areals - so die Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde - könnte zugestimmt werden.

Während Maria Baumer (CSU) diese Ansicht teilte, äußerte Rudi Sommer (Grüne) Einwände. Die Fläche werde von Flüssen umgeben und liege seiner Ansicht nach im Überschwemmungsgebiet. "Es stellt sich die grundsätzliche Frage, für was man eine Naturpark-Verordnung macht, wenn man immer wieder Grundstücke herausnimmt", unterstrich Sommer.

Landrat Thomas Ebeling (CSU) erwiderte, dass diese Verordnung auch geändert werden müsse, wenn es um Windräder gehe. "Dann", mutmaßte der Landrat an Sommer gerichtet, "ist die Haltung vermutlich eine andere". Ulrike Roidl (SPD) plädierte dafür, der Stadt Pfreimd die Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen.

Widerspruch erntete der Grünen-Sprecher von Arnold Kimmerl (ÖDP): Das Areal liege mitnichten im Überschwemmungsgebiet und auch nur an einem Flusslauf, unterstrich er. "In Wernberg-Köblitz wurden rund 30 Hektar rausgenommen, da ist das ein Klacks dagegen", sagte der Pfreimder Altbürgermeister.

Mit einer Gegenstimme befürwortete schließlich der Ausschuss die Herausnahme der betreffenden Fläche aus der Naturpark-Schutzzone.
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