Ausstellung im Stadtmuseum wird heute eröffnet
"Wie bei Mutti"

Lokales
Schwandorf
19.11.2015
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Heute Abend wird "Wie bei Mutti" eröffnet. Museumsleiterin Eva Maria Keil sprach bei der Vorstellung am Dienstag ganz bewusst von einer Winterausstellung. Für sie ist die Bezeichnung Weihnachtsausstellung zu kurz gefasst, auch wenn Puppenküchen und -häuser sowie die passenden Küchenutensilien und -accessoires "das Christkind brachte".

Kochbuch für Puppenmutti

Oftmals wurden die Spielsachen nach Weihnachten weggeräumt und kamen am nächsten Heiligen Abend runderneuert und mit Ergänzungen wieder unter den Christbaum. Die Ausstellung lädt nicht zuletzt wegen der Vielzahl der kleinen Gegenstände und Details in unserer schnelllebigen Zeit zum Betrachten mit Weile ein. Allmählich schimmert so Manches durch, das der Flüchtigkeit des Augenblicks verborgen bleibt. Die Intension, "dass sich Mädchen in ihre spätere Rolle als Hausfrau hineinspielen", wie Keil es nennt. Schließlich gab es auch spezielle Kochbücher für die Puppenmutti.

Die Moden und Modernisierungen von Wohnen, Essen und Kochen spiegeln sich in der Miniaturwelt wider. Wer schon seine Puppenfamilie von feinem Porzellan speisen lässt, legt vielleicht auch als Erwachsener Wert auf teure Teller oder Tassen.

Anonyme Sammlerinnen

Das Material wandelt sich von Holz über Blech und Porzellan hin zum bruchsicheren, leichten Plastik, das wenig Verletzungsrisiko in sich birgt. Waren früher die Puppenherde zum Kochen da, richtig befeuert, zum Teil mit Esbit, und die Mixer zum Rühren oder die Bügeleisen zum Bügeln, wird heute nur noch so getan als ob. "Die Leute sind vorsichtig geworden", sagt Keil. "Spielen entfernt sich vom Realen und den Gefahren ."

Die ausgestellten Stücke stammen größtenteils von zwei Regensburger Sammlerinnen, die nicht genannt werden wollen, hinzu kommen Stücke unter anderem aus dem eigenen Depot, von den Stadtmuseen Nittenau und Weiden sowie vom Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld. Sie spannen einen Bogen von 1900 etwa bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Wie Keil auch OB Andreas Feller informierte, gab es zwar schon im 17. Und 18. Jahrhundert Spielzeugöfen oder Küchengeschirr. Das sei aber selten geworden und für private Sammler unerschwinglich.
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