Bahnstrecke Burglengenfeld-Maxhütte-Haidhof: Prognose zum Fahrgastaufkommen entscheidendes ...
Mindestens 1000 Zugfahrer für den Erhalt

Lokales
Schwandorf
03.07.2015
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Seit 1967 ist es für Personen nicht mehr möglich, zwischen Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof mit dem Zug zu fahren. Zwar besteht die 6,1 Kilometer lange Strecke noch, aber derzeit nutzen sie nur jährlich etwa zehn Güterverkehr-Zugpaare.

Sie wurde deshalb im September vergangenen Jahres von der DB Netz AG zur Abgabe ausgeschrieben. Der Grund: Die Erlöse belaufen sich derzeit im Jahr auf 555 Euro. Dem stehen Kosten in Höhe von 38 000 Euro und ein Investitionsbedarf von rund 1,25 Millionen Euro in den nächsten Jahren entgegen. Die Strecke könnte aber dennoch nicht stillgelegt werden. Im Gegenteil: Es werden Möglichkeiten gesucht, eventuell wieder einen Schienen-Personennahverkehr zwischen Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof möglich zu machen.

Mehrere Voraussetzungen

Landrat Thomas Ebeling hat Ende des vergangenen Jahres den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann gebeten, sein Veto gegen eine mögliche Streckenstilllegung einzulegen.

Auch die Kreistagsfraktion der Grünen hat sich in einem Antrag dafür ausgesprochen, dass der Kreistag gegenüber der Bayerischen Eisenbahngesellschaft seinen Willen äußert, die Schienenanbindung zu erhalten und an die Strecke Hof-Regensburg anzubinden. Das wiederum ist aber an mehrere Voraussetzungen gekoppelt. Wie der Landrat bei der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik darlegte, müsse eine Prognose zum Beispiel ergeben, dass auf der Strecke mit 1000 Reisenden pro Werktag zu rechnen ist - und zwar auf dem gesamten Weg, nicht nur auf Teilstrecken. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur ohne staatlichen Zuschuss in einen Zustand versetzt werden müsse, der einen attraktiven Schienen-Personennahverkehr ermögliche.

Darüberhinaus müsste sich ein Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen bereit erklären, die Strecke und Bahnhöfe zu betreiben und dafür nicht mehr zu verlangen, als auf vergleichbaren DB-Strecken üblich ist. Landrat Ebeling sprach sich dafür aus, der Sache grundsätzlich näher zu treten und die Prognose abzuwarten. Je nach deren Ergebnis "steigen wir in die Planung ein oder nicht". Damit stieß er bei der SPD-Fraktion in Person von Bernhard Krebs auf offene Ohren: Der Personennahverkehr sei im Städtedreieck sehr wichtig, betonte er.

"Hürden hoch genug"

Auch Maria Baumer (CSU) plädierte dafür, die nötigen Schritte nun einzuleiten: "Die Hürden sind hoch genug". Die Grünen und die Freien Wähler signalisierten ebenfalls ihre Unterstützung, was sich schließlich in einem einstimmigen Beschluss des Ausschusses widerspiegelte.
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