Banken nehmen Angebot des Demenz-Netzwerkes "DeNiS" an - Programm 2016
Kampf mit dem Geldautomaten

Die Netzwerk-Partner erarbeiten gemeinsam mit den Bank-Vertretern ein Schulungsprogramm für Mitarbeiter, die älteren Menschen am Schalter Hilfestellung leisten sollen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
03.12.2015
5
0
Nicht alle Leute kommen mit den Terminals zurecht, wenn sie Geld abheben, Überweisungen tätigen oder Kontoauszüge drucken wollen. "Vor allem die Älteren haben Probleme", weiß Regina Suttner. Die Sprecherin des Demenz-Netzwerkes "DeNiS" hat darauf reagiert und mit den Banken Kontakt aufgenommen. Beim jüngsten Treffen machte sie den Netzwerkpartnern ein Angebot.

Im Alter werden die Menschen verwirrter und vergesslicher. Auch am Schalter in der Bank. "Manche reagieren darauf aggressiv, andere depressiv", erklärt Regina Suttner. Sie in diesem Gemütszustand nicht alleine zu lassen, sei eine gemeinsame Aufgabe von Netzwerk und Geldinstituten. DeNiS gehe deshalb auf die Angestellten zu und erklärt ihnen, "wie demenzkranke Menschen ticken".

Jemand, der darin Erfahrung hat, ist Georg Pilhofer. Der Leiter der gerontopsychiatrischen Koordinierungsstelle bei der Regierung der Oberpfalz, stellte beim Netzwerktreffen Einzelheiten zur Schulung der Bankangestellten vor. Gerhard Eckl (Sparda-Bank), Markus Feuerer (Sparkasse) und Mathias Schwarz (UniCredit-Bank) standen dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber und vereinbarten Schulungstermine für die Mitarbeiter.

Regina Suttner kündigte für kommendes Jahr drei weitere Maßnahmen an. DeNiS bietet im "Globus" ein Seniorenfrühstück mit Info-Stand an und wird dabei die Hilfsangebote im Landkreis vorstellen. Im Frühjahr veranstaltet das Netzwerk eine Schulung für Angehörige demenzkranker Patienten.

"Der Umgang mit der Krankheit und den veränderten Verhaltensweisen der Betroffenen ist für die Angehörigen oftmals das größte Problem", weiß Regina Suttner aus zahlreichen Gesprächen. Eine Referentin der Alzheimer-Gesellschaft werde in ihrem Vortrag um Verständnis werben und versuchen, den betreuenden Familienmitgliedern Sicherheit zu geben.

Im September steigt im Turmrestaurant Obermeier dann der vierte Tanznachmittag für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Finanzieren kann das Netzwerk die Veranstaltungen mit Mitteln des Bundesfamilienministeriums, das die Arbeit mit 10 000 Euro fördert, verteilt auf drei Jahre. 2016 läuft das Programm aus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.