Bauern im Landkreis nehmen Gewässerschutz ernst
Für gemeinsame Lösungswege

Lokales
Schwandorf
14.01.2015
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"Durch verschiedenste Kooperationsprojekte mit Wasserversorgern und zusätzlichen 600 000 Hektar besonders gewässerschonender Bewirtschaftung zeigen wir bayerische Bauern seit Jahren, dass wir den Gewässerschutz ernst nehmen und aktiv daran arbeiten", betont Hans Wilhelm. Der BBV-Kreisobmann nimmt die Veröffentlichung des Bayerischen Umweltministeriums zum Zustand der Gewässer zum Anlass, um darauf zu verweisen, dass auch den 2040 Bauernfamilien im Landkreis Schwandorf die Erhaltung der hervorragenden Trinkwasserqualität in Bayern ein Anliegen ist.

So legten Landwirte Gewässerrandstreifen an und beteiligten sich an Erosionsschutzmaßnahmen. Die Verantwortung der Bauern geht aber weit über den Gewässer- und Umweltschutz hinaus: "Wir müssen natürlich auch darauf achten, dass unsere Pflanzen optimal mit den Nährstoffen versorgt sind, die sie zum Wachsen brauchen", erläutert Wilhelm. "Nur so können wir die hochwertigen und gesunden, heimischen Lebensmittel erzeugen, die die Verbraucher von uns erwarten", ergänzt Kreisbäuerin Barbara Hanauer.

Wertvoller Dünger

Für die über 1200 Tierhalter und 40 Biogasanlagenbetreiber im Landkreis Schwandorf sind Gülle und Gärreste als Dünger wertvoll, weil sich damit betriebliche Nährstoffkreisläufe schließen, die Bodenstruktur verbessern und Mineraldünger einsparen lassen. "Düngerverluste über Bodenerosion und Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser ist für die Landwirtschaft genauso schlecht wie für die Gewässer. Deshalb ist es uns wichtig, diese Verluste so gering wie möglich zu halten", erläutert Wilhelm die Zusammenhänge.

Wie es um die bayerischen Gewässer bestellt ist, zeigt die aktuelle Zustandsbeurteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Diese Auswertung bescheinigt 76 Prozent des bayerischen Grundwassers einen guten chemischen Zustand (bezogen auf Nitrat). Zugenommen hat die Grundwasserbelastung der Umweltbehörde zufolge nicht - scheinbare Verschlechterungen im Vergleich zur letzten Analyse liegen in der geänderten Methodik begründet. Die Qualität des bayerischen Wassers zeigt sich auch im Nitrat- und Pflanzenschutzmittelbericht: 97 Prozent der geförderten Wassermenge erfüllen die Vorgaben der Trinkwasserverordnung ohne weitere Aufbereitung.

Dialog suchen

Nichtsdestotrotz wollen Kreisobmann Johann Wilhelm und Kreisbäuerin Barbara Hanauer genau prüfen, ob es im Landkreis Gebiete mit Verbesserungsbedarf gibt, in denen ein genauer Blick auf die Bewirtschaftung geworfen werden sollte und freiwillige Maßnahmen der Landwirte zur Verbesserung der Gewässerqualität beitragen können. Der Dialog mit der Wasserwirtschaft ist ihnen dabei ein besonderes Anliegen: "Wir können nur dann erfolgreichen Gewässerschutz betreiben, wenn wir gemeinsam an Lösungswegen arbeiten. Pauschale Schuldzuweisungen, wie wir sie zurzeit von den Grünen erleben müssen, helfen dabei nicht weiter", so Kreisobmann Wilhelm. (Hintergrund)
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