Bayernweit einzige Grundschule mit "Fairtrade-Zertifikat" - Nach Aktion Kindergarten in Vietnam ...
Fronberg in einer Liga mit Berlin und London

Fairtrade-Referentin Astrid Amler-Enders (rechts) verlieh der Grundschule Fronberg gemeinsam mit dem Vorsitzenden der örtlichen Steuerungsgruppe, Alfred Damm (links daneben) das Gütesiegel mit dem Titel "Fairtrade School". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
05.03.2015
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Fronberg ist die einzige Grundschule in Bayern, die sich "Fairtrade-Schule" nennen darf. Dies bestätigte Astrid Amler-Enders von Fairtrade Deutschland bei der Urkundenüberreichung am Mittwoch in der Turnhalle der Schule.

200 Schulen haben sich seit 2012 bundesweit registrieren lassen. Nur 111 haben es bisher geschafft, die Kriterien für eine Zertifizierung als "Fairtrade School" zu erfüllen. Eine Grund- und Mittelschule in Bamberg gehört dazu, und jetzt auch Fronberg als einzige reine Grundschule. Zur Urkundenverleihung versammelten sich am Mittwoch Schüler, Eltern und Ehrengäste in der Turnhalle.

Regional, bio, fairtrade

Astrid Amler-Enders bescheinigte der Schulfamilie eine "vorbildliche Leistung". Dass eine "so kleine Schule" Teil einer "großen internationalen Bewegung" sei, fand die Fairtrade-Referentin aus Ingolstadt "mehr als beachtlich". Außergewöhnlich sei auch, dass ein politischer Repräsentant, wie in Schwandorf die zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl, Teil des Schulteams gewesen sei. "So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt", versicherte Amler-Enders.

Besonders erwähnenswert fand Astrid Amler-Enders zudem eine Fairtrade-Aktion, bei der die Schüler 850 Euro erwirtschafteten und den Erlös für den Bau eines Kindergartens in Vietnam spendeten. Für die Fairtrade-Referentin steht fest: "Fronberg ist ein Vorbild für alle anderen Schulen". Die kleine Schule spiele jetzt in der großen Liga mit und stehe auf einer Ebene mit den Bildungseinrichtungen in Berlin, London und München.

"Regional, saisonal, bio, fairtrade". Auf diese Reihenfolge achtet Maria Juraske bei der Zusammenstellung des "gesunden Pausebrots". Für die Schulleiterin hat es keinen Sinn, Lebensmittel aus der Dritten Welt einzuführen, "die es frisch bei uns gibt". Daneben könnten aber Fairtrade-Produkte durchaus ihren festen Platz im Angebot haben. Fairer Handel sei regelmäßig Thema im Unterricht, erklärt Maria Juraske. Sie gründete ein Schulteam als Voraussetzung zur Erlangung des Schulsiegels. Wer Fairtrade-Schule werden möchte, müsse nicht nur Produkte aus den Schwellen- und Entwicklungsländern anbieten, sondern auch Aktionen starten und Schulveranstaltungen organisieren. "Das alles machen wir schon lange", versichert die Schulleiterin. Die beiden Schüler Jonas und Manuel erklärten die Aktionen so: "Fairtrade macht die Welt ein bisschen fairer, ist gut für den Gemeinschaftssinn in der Schule und macht Spaß". Die Fronberger Schüler wissen nun nicht nur, dass die Frucht an einer Staude wächst, sondern auch, "dass erst ein umweltschonender Anbau, bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung eine Banane zu einem Fairtrade-Produkt macht".

Respekt für Leistung

Für so viel Einsatz für eine gute Sache zollte auch die zweite Bürgermeisterin den Schülern, Lehrern und Elternbeiräten ihren Respekt. Alfred Damm, der Vorsitzende der örtlichen Fairtrade-Steuerungsgruppe, würdigte den Beitrag der Schule zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Ein Beispiel, das Schule machen sollte, so Damm.
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