Beim Plus an Schuljahren dabei

Wieder in neun Jahren zur Reifeprüfung - in Bayern soll die "Mittelstufe Plus" genau diese Option offen halten. An der Testphase wollen sich auch die Gymnasien im Landkreis beteiligen. Bild: dpa
Lokales
Schwandorf
27.02.2015
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Die fünf Gymnasien des Landkreises wollen nicht hinten anstehen, wenn es um den Schulversuch "Mittelstufe Plus" geht. Sie bewerben sich für das Modellprojekt. Der Schulausschuss heißt das gut.

Gymnasiasten, die eine Verlängerung, sprich statt des G 8 ein G 9 brauchen, sollen in der Mittelstufe ein Jahr mehr Schulzeit bekommen. 8, 9, 9+ und 10 heißen dann die Jahrgangsstufen. Diese "Mittelstufe Plus" wird an ausgewählten Schulen bayernweit ab Schuljahresbeginn im Herbst zwei Jahre lang getestet. Die "Plus"-Schüler erhalten einen eigenen Klassenverband.

Für diese Pilotphase können sich alle fünf Landkreis-Gymnasien bewerben, informierte Landrat Thomas Ebeling gestern den Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur in der Sitzung im Landratsamt. Weil die Zeit drängt - denn die Bewerbungsfrist endet heute - habe er vorbehaltlich der Zustimmung des Ausschusses, ein grundsätzliches Ja zur Teilnahme am Bewerbungsverfahren gegeben.

Bereits im Januar habe das Burglengenfelder Gymnasium Interesse am Pilotprojekt gezeigt. Um den Hut in den Ring werfen zu können, brauchen die Schulen allerdings eine Zustimmungserklärung des Sachaufwandsträgers - des Landkreises -, obwohl für den Modellversuch weder bauliche Veränderungen noch zusätzliche Ausstattungen notwendig werden, der Landkreis also kein Geld in die Hand nehmen muss. Ob eines der Landkreis-Gymnasien zum Zuge komme, sei offen, sagte der Landrat, denn pro Regierungsbezirk würden nur vier bis fünf Gymnasien ausgewählt.

Hin zum G 9

Armin Schärtl signalisierte Zustimmung für die SPD-Fraktion. Allerdings sehe er in der "Mittelstufe Plus" einen weiteren Schritt weg vom G 8 hin zum G 9. CSU-Sprecher Jakob Scharf wollte keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, aber gesagt haben: "Das G 8 ist weit, weit besser als sein Ruf." Ebeling ergänzte dazu nur, dass auch im Landkreistag unterschiedliche Meinungen zum acht- oder neunjährigen Gymnasium vorherrschten. Der Ausschuss billigte die Zustimmung zur Bewerbung zum Schulversuch.

Bedarf ermitteln

Nach der zweijährigen Pilotphase fällt eine Entscheidung über die "Mittelstufe Plus". Die Weichen für die Aufnahme in die "Mittelstufe Plus" werden jedoch durch einen Antrag der Erziehungsberechtigten bereits in der siebten Jahrgangsstufe gestellt. Entscheidend ist aber nicht der Elternwille, sondern der Lernbedarf des Schülers. Ziel der Pilotphase ist es, pädagogischen Bedarf ergebnisoffen zu ermitteln, heißt es aus dem Kultusministerium.

Zur künftigen Förderung der Sing- und Musikschulen im Landkreis folgte der Ausschuss der Empfehlung von Landrat Thomas Ebeling. Wie bereits berichtet, hatte Kreisrat Arnold Kimmerl (ÖDP) beantragt, den Fördersatz des Landkreises anzuheben, um so in eine höhere staatliche Förderstufe zu kommen. Kulturreferent Franz Pfeffer zufolge kann der genaue Betrag erst im Herbst ermittelt werden. Laut Ebeling ist dann sicherzustellen, dass die Förderung des Landkreises hoch genug ist. Große Summen kämen nicht auf den Landkreis zu. Es könne sich nur um ein paar tausend Euro handeln. Die Geschäftsführerin des Landkreissportverbandes, Franziska Dirmeier, informierte über die Verwendung der Sportfördermittel im Jahr 2014.
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