Beratungsangebot für Bauern - Regionalversammlung des Landwirtschaftsamtes
Ziele unter einen Hut bringen

Die Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes, Karl Seegerer, Konrad Wagner und Matthias Anzinger (von links) informierten bei einer Regionalversammlung über die Agrarreform 2015. Sie verdeutlichten: Wer weiterhin Geld aus den EU-Subventionstöpfen erhalten möchte, muss mehr als bisher für die Umwelt tun. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.11.2014
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Konrad Wagner will den Landwirten den Blick schärfen für die eigenen Stärken und sie bei der Entwicklung des Betriebes begleiten. "Immer mehr Hofbesitzer fühlen sich wie in einem Hamsterrad", sagte der Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes bei der Regionalversammlung im Tierzuchtzentrum.

Finanzielle Verbindlichkeiten, rückläufige Erträge, Arbeitsüberlastung: Der Landwirtschaftsoberrat kennt die Situation vieler Familien und die unterschiedlichen Wünsche der Ehepartner. "Er", so zeigt Konrad Wagner an einem konkreten Beispiel auf, "will den Jungviehstall erweitern und die staatliche Förderung nutzen, die Ehefrau dagegen möchte endlich schuldenfrei sein und Feierabend und Urlaub genießen". In diesem Konflikt ist der Berater Konrad Wagner gefragt. Er wägt ab, sucht nach Alternativen und macht Vorschläge zur Optimierung des Zeitmanagements. "Ziel meiner Beratung ist es", so der Behördenvertreter, "Lösungen zu finden, die von der ganzen Familie getragen werden und zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen". Wagner bietet seine Dienste kostenlos an .

Mehr für die Umwelt

Landwirtschaftsrat Karl Seegerer informierte die Landwirte über die Reform der "Gemeinsamen Agrarpolitik" (GAP) und die "Greeningauflagen 2015". Wer zur Basisprämie eine zusätzliche "Greeningprämie" (87 Euro je Hektar) in Anspruch nehmen möchte, muss den Anbau verschiedener Kulturen, die Erhaltung von Dauergrünland und einen Mindestanteil ökologischer Vorrangflächen (fünf Prozent der Äcker) nachweisen. Dies könne durch Stilllegung, Pufferstreifen an Gewässern und Waldrändern, Zwischenfruchtanbau sowie Anbau von Leguminosen erfolgen.

Matthias Anzinger leistet derzeit sein Referendariat am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ab und befasste sich in seinem Vortrag mit dem Prämiensystem ab 2015, das unterteilt ist in die Bereiche: Basisprämie, Greening-Prämie, Umverteilungsprämie, Zusatzförderung für Junglandwirte und Kleinerzeugerprämie. Die Teilnahme an der Greening-Prämienaktion sei verpflichtend, so Anzinger, "wenn die Basisprämie beantragt wird". Das Greening, also die Ökologisierung der Landwirtschaft, setze sich aus den Komponenten "Dauergrünlanderhalt, Anbaudiversifizierung und Vorhalten ökologischer Vorrangflächen" zusammen.
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