Berufliche Oberschule beschäftigt sich für Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit ...
Hans Schuierer, ein Saboteur und Außenseiter?

Für ihre Arbeit über die WAA in Wackersdorf und einen der Hauptakteure, Landrat Hans Schuierer, erhielten die Schüler der Beruflichen Oberschule einen Landespreis. Geehrt wurden (von links) Dominik Pirzer, Sandro Weiß, Sebastian Harvolk, Lisa Müschenborn, Daniela Fendl, Lehrer Klaus Kessler und Simon Süß. Bild: Kusch
Lokales
Schwandorf
08.10.2015
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(gük) War Hans Schuierer ein Außenseiter oder war er einfach nur "anders"? Der damalige Landrat leistete 1985 bis 1989 Widerstand gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) und musste sich gegen zahlreiche politische, staatliche und öffentliche Anfeindungen zur Wehr setzen.

"Anders sein. Außenseiter in der Geschichte", so lautet auch das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2014/2015. Das passt hervorragend zusammen, dachten die 22 Schüler der Beruflichen Oberschule und reichten einen Beitrag ein unter dem Titel "Saboteur, Kommunist, Außenseiter?" Am Mittwoch wurde die Klasse 13 für ihre Mühen im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg mit einem Landespreis in Höhe von 250 Euro ausgezeichnet. 446 Jugendliche beteiligten sich in Bayern mit 86 Beiträgen an dem Wettbewerb, 13 Landespreise und 13 Förderpreise wurden vergeben. Nürnbergs 3. Bürgermeister Klemens Gsell lobte das große Engagement der Schüler und ihr historisches Interesse: "Als Nürnberger hätte ich mich wohl mit Fürth beschäftigt", meinte er schmunzelnd. Er wollte schon lange einmal aufarbeiten, wie die Abneigungen zwischen den Städten entstanden seien.

Für die Schwandorfer Schüler gab es einen anderen Anlass, sich mit der Diskussion um die WAA auseinanderzusetzen: "Viele Bekannte, Großeltern und Eltern der Schüler haben sich in Bürgerbewegungen aktiv für die eine oder andere Seite engagiert", sagt Geschichtslehrer Klaus Kessler. Die Ergebnisse der emsigen Schüler können auf der Homepage www.andersseinwaa.bplaced.net nachgelesen werden. "Sandro Weiß und Dominik Pirzer haben sie mit enormem zeitlichen Aufwand außerhalb der Unterrichtszeit erstellt", lobt Klaus Kessler. Neben Informationen zur Konfliktentwicklung aus sozialpsychologischer Sicht und einer Chronik des WAA-Widerstands gibt es eine Biografie von Hans Schuierer und Franz Josef Strauß.

Anhand von Archivquellen, einer Presseanalyse und Fachliteratur erarbeiteten sie unterschiedliche Perspektiven aus dem Konflikt und knüpfen an aktuelle energiepolitische Debatten an. Spannend ist das Zeitzeugeninterview vom 6. Februar 2015, bei dem sich Schuierer sowie der Volksschullehrer und Schriftsteller Friedrich Brandl den Fragen der Jugendlichen stellen. Ob sie sich damals als Außenseiter gefühlt haben? "Die Unterstützung durch die Bevölkerung motivierte mich und gab mir Rückhalt", unterstreicht Schuierer.
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