Berufsschule bietet Flüchtlingen drittes Übergangsjahr
Verlängerte Starthilfe

Schulleiter Ralf Bormann, Agentur-Geschäftsführer Joachim Ossmann und Berufsberater Bernhard Helmstreit (von rechts) stellten das Pilotprojekt "BÜJ" an der Berufsschule vor. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
30.11.2015
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"Manche haben bald eine Lehrstelle, bei anderen dauert es etwas länger": Berufsschulleiter Ralf Bormann kennt die unterschiedlichen Voraussetzungen der jugendlichen Flüchtlinge und hat sich deshalb um ein gemeinsames Pilotprojekt von Kultusministerium und Arbeitsagentur beworben. Das bereits eingerichtete Berufsschul-Übergangsjahr (BÜJ) nutzen derzeit 13 Jugendliche.

Für die Vorbereitung auf eine Lehre waren bisher zwei Jahre vorgesehen. Im ersten Jahr sollten die jugendlichen Asylbewerber vor allem Deutsch lernen. Der zweite Abschnitt besteht aus einem sprachlichen und einem praktischen Teil. "Nicht alle Schüler schaffen das in diesem Zeitraum", hat Ralf Bormann festgestellt. Deshalb hängt die Berufsschule noch ein drittes Jahr an und holt sich zur Finanzierung die Arbeitsagentur und als Träger der Maßnahme das Kolpingbildungswerk mit ins Boot. Über Praktika sollen die Schüler den Weg in die Betriebe finden. "Wir wollen, dass jeder Jugendliche eine Ausbildung macht", gibt Joachim Ossmann zu verstehen. Der Agentur-Geschäftsführer warnt die jungen Leute vor einer "Hilfsarbeiterkarriere". Sie führe in eine Sackgasse und in vielen Fällen in die Arbeitslosigkeit. Für seinen Mitarbeiter Bernhard Helmstreit ist die Zusammenarbeit von Berufsschule, Agentur und Kolping deshalb zielführend, "weil wir damit die Jugendlichen sprachlich, beruflich und sozial integrieren können".
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