Beste Lösung ist vom Tisch

Lokales
Schwandorf
01.08.2015
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Drohende Verkehrsprobleme, Ärger mit den Nachbarn und eine bereits angekündigte Klage: Der Planungsausschuss ließ sich davon kaum beeindrucken und billigte den Entwurf für das "Kaufland" an der Libourne-Allee. Allerdings mit einer Auflage, die das Aus bedeuten könnte.

Der Supermarkt "Kaufland", einst an der Industriestraße gelegen und seit geraumer Zeit zu, soll an der Libourne-Allee zwischen dem Autohaus Maschek und der Wohnbebauung am Hochrain entstehen. Schon seit Beginn der Planungen ist klar, dass es einige Hürden aus dem Weg zu räumen gilt. Angefangen vom Straßenanschluss an die Libourne-Allee bis hin zur drohenden Lärmbelästigung für die Anwohner. Die erste Auslegung des Flächennutzung- und Bebauungsplans brachte denn auch eine Fülle von Einwänden.

Neue Berechnungen

Alleine die Einwendungen zweier Ehepaare, die sich von Rechtsanwälten vertreten lassen, füllen 28 Seiten. Sie enthalten einen Knackpunkt, der das Vorhaben zu Fall bringen könnte, und der den Planungsausschuss dazu bewog, neue Berechnungen anstellen zu lassen. Die Verkehrsberechnungen, die bisher für den Standort angestellt wurden, beruhen auf Zahlen vergleichbarer Märkte, die "Kaufland" dem Gutachter zur Verfügung gestellt hatte. Der bezeichnete die Datengrundlage als "fantastisch".

Die Anwälte der Anlieger sehen das anders und kündigen Klage an. In ihrer Stellungnahme kommen sie zu dem Schluss, dass eine Berechnung der Verkehrsbelastung nach der "Bayerischen Parkplatzlärmstudie" zu einer deutlich höheren Verkehrs- und damit Lärmbelastung führt. Diese Berechnung, die - vereinfacht gesagt - aus der geplanten Verkaufsfläche auf den zu erwartenden Verkehr schließt, soll nun nachgeholt werden. Sollte sich die höhere Belastung bewahrheiten, dürfte es schwierig werden, die nötigen Lärmgrenzwerte einzuhalten.

Gegen Kreisverkehr

Die Zufahrt zum künftigen Kaufland ist ein weitere Knackpunkt. Den Berechnungen des Gutachtens von "Geoversum" wäre ein Kreisverkehr auf der Libourne-Allee etwa in Höhe der Otto-Hahn-Straße die ideale Anbindung des Kaufland-Geländes. Nötigenfalls könnte der Kreisel auch etwas nach Süden verschoben werden. Beide Anschlüsse würden laut Gutachter Horst Pressler die Qualitätsstufe "A" erreichen - wären also unbeschränkt leistungsfähig. Allerdings stellte Stadtplanerin Sabina Sommerer klar: "Kaufland" will keinen Kreisverkehr, dieser würde den Parkplatz des geplanten Supermarktes beeinträchtigen.

Bleiben also Abbiegespuren oder eine Ampelkreuzung auf der Libourne-Allee. Die Ampelkreuzung ist noch nicht durchgerechnet. Nach einer ersten Einschätzung würde sie möglicherweise die Lösung bringen. Die Abbiegespuren dagegen wären kritisch: Sie würden bei Stufe "D" oder "E" landen. Das bedeutet, dass Verkehrsteilnehmer mit Wartezeiten bis zu 45 Sekunden rechnen müssten und sich längere Rückstaus sowohl auf der Libourne-Allee als auch im Parkplatz bilden würden.

"Nur gespiegelt"

Das wollte Kurt Mieschala so auf keinen Fall mittragen. Er erinnerte an die Verkehrsprobleme beim ehemaligen "Kaufland" an der Industriestraße und sagte: "Wir spiegeln das Problem nur über die Regensburger Straße". Der Ausschuss entschied sich mehrheitlich dafür, die Abbiegespuren und die Ampelanlage in die Planungen aufzunehmen.
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