Bewerbung um staatliches Zertifikat - Aufgabe zieht sich durch das ganze Jahr
Landkreis als Bildungsregion

Lokales
Schwandorf
05.01.2015
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In einer gemeinsamen Initiative wollen das Bayerische Kultus- und das Arbeitsministerium "Bildungsregionen in Bayern" installieren. An dem Zertifizierungsprozess können sich die 96 Landkreise und kreisfreien Städte beteiligen. 57 machen bisher mit, darunter auch der Landkreis Schwandorf. Er sieht darin eine Jahresaufgabe und möchte bis Weihnachten das Qualitätssiegel aus München vorliegen haben.

Die Federführung liegt beim Kulturreferenten des Landkreises, Franz Pfeffer, und bei der Geschäftsführerin der Lernenden Region, Charlotte Pelka. Sie bereiten derzeit ein erstes Dialogforum vor, das voraussichtlich im März tagt. Es soll den Ist-Zustand fixieren, daraus Ziele formulieren und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Bildung wird dabei als weit gefasster Begriff verstanden. Es geht nicht nur um das Lernen in Institutionen sondern im ganzen Spektrum: angefangen bei der frühkindlichen Bildung über Schule und Beruf bis zu Ehrenamt und Seniorenarbeit.

Bei der zunächst zu erledigenden Bestandsaufnahme kommt dem Kreis die vor zwölf Jahren eingerichtete Lernende Region zugute. Sie war als Bundesprojekt mit europäischer Co-Finanzierung entstanden. In ganz Bayern gibt es davon heute nur noch etwa eine Handvoll, darunter eben auch im Kreis Schwandorf.

Die Ergebnisse des ersten Dialogforums sollen nach jeweils drei Treffen von fünf Arbeitskreisen etwa bis Juli vorliegen. Die Vorstellung erfolgt im Jugendhilfeausschuss und geht nachrichtlich auch an die staatlichen Stellen. Ein zweites Dialogforum im Oktober soll schließlich in die Bewerbung um das Zertifikat münden; sie ist bei der Schulaufsicht-Konferenz der Regierung der Oberpfalz einzureichen. Nach Prüfungen und Stellungnahmen durch das Bayerische Landesjugendamt und den Bayerischen Jugendring steht die Entscheidung, die Verleihung des Qualitätssiegels, an.

Das Zertifikat stellt dann zunächst "nur" ein Stück Papier dar. Interessant wird sein, was sich daraus verwirklichen lässt. Die Umsetzung soll dann in der Zuständigkeit der Lernenden Region liegen, die ohnehin als Schnittstelle aller beteiligten Bereiche gilt. Als mögliche Projekte kommen jetzt schon Angebote für Berufsrückkehrerinnen und Migranten, die aufgrund der beruflichen Freizügigkeit innerhalb der EU oder als Flüchtlinge in den Landkreis kommen, ohne über Deutsch-Kenntnisse zu verfügen, in Betracht.
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