Bewusster genießen

Gsurter Frischling, leicht angeräuchert, mit Schopperl und gebratenen Pfifferlingen als Hauptspeise in einem Mehrgang-Menue. Das Fleisch, die Kartoffeln und die Pilze stammen aus der unmittelbaren Umgebung des Restaurants.
Lokales
Schwandorf
25.07.2015
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Dass die Idee so gut ankommen würde, hätte Christoph Frankerl nicht geglaubt. Doch schon die Premiere am 23. April dieses Jahres zeigte: Slow Food ist im Trend. Seitdem gibt es den "Slow Food Regionaltisch Schwandorf", der die Teilnehmer mit ausgesuchtem Essen verwöhnt.

Nach Ansicht des Publizisten Matthias Horx ist "Slow Food" einer von 18 Trends, die das Leben von morgen auf dem Gebiet der Ernährung beeinflussen werden. Slow Food steht in diesem Zusammenhang für Produkte mit authentischem Charakter (regional, saisonal), die auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt und genossen werden.

Lebensmittel, die nach Slow-Food-Kriterien angebaut, produziert, verkauft oder verzehrt werden, sollen regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und Menschen wieder mit Auge, Ohr, Mund und Händen an ihre Region binden.

"Qualität muss stimmen"

Christoph Frankerl, der die Slow-Food-Idee in den Landkreis Schwandorf gebracht hat, ist Verkaufsleiter der Goldsteig Käsereien Bayerwald. Der 44-Jährige hat also auch beruflich mit dem Thema Essen zu tun. Da ihm und den anderen bei Slow Food der Regional-Aspekt besonders am Herzen liegt, verstehen sich die Teilnehmer an den Slow-Food-Abenden folglich nicht als Feinschmecker, die über die Vorzüge von Piemont- oder Périgord-Trüffel debattieren. "Im Mittelpunkt steht der Dreiklang gut-sauber-fair", formuliert es Frankerl. Die Qualität muss stimmen und die Produkte sollen gentechnikfrei und artgerecht hergestellt werden.

Auftakt in Richt

Insofern ist "Slow Food" mit der Öko- und Fair-Trade-Bewegung verwandt. Diskussionen über den Wert von biodynamischer, fleischloser oder veganer Ernährung gibt es nicht. Die Maxime lautet eher "Genieße dein Leben, iss' bewusst, koch' selber und mach' die Augen auf", so Frankerl.

Der Ort für das Schwandorfer Auftakttreffen im April war bewusst gewählt. Denn für Frankerl verwirklicht der Brunner-Hof in Richt bei Schwandorf mit seinem Hofladen schon viel vom "Slow Food"-Gedanken. Bei der ersten Zusammenkunft gab es natürlich typisch oberpfälzische Kost - Kesselfleisch, Dotsch und Sauerkraut. Zwischenzeitlich gab es bereits vier Abende mit Qualitätsessen - immer am dritten Donnerstag im Monat.

Die Nachfrage ist so groß geworden, dass der vierte Abend, der wieder auf dem Brunner-Hof stattfand, am 29. Juli wiederholt wird. Im August geht es dann unter dem Leitmotiv "Biergarten" nach Wiefelsdorf.

"Die Bilanz ist extrem gut", versicherte Frankerl mit Blick auf die Resonanz seit der ersten Zusammenkunft, "jeder Abend war ausgebucht". Ihn freut besonders, dass die Teilnehmer die interessanten Mottos loben und auch schon Vorschläge für weitere Gaststätten machen. Bislang war der Regionaltisch neben dem Brunnerhof auch im "Seerano" am Murner See und im Restaurant am Golfclub Oberpfälzer Wald bei Ödengrub.

Anmelden möglich

Wenn sich jemand anmelden möchte, kann er das bei Christoph Frankerl unter eMail cfrankerl@gmx.de oder telefonisch unter 0175/4051409.
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