Bildungsreferent Bernhard Suttner spricht bei KAB-Veranstaltung - "Berechtigungsgesellschaft" ...
Dankbarkeit als Schlüssel zur Lebensfreude

Die Vorsitzende des KAB-Sachausschusses Familienleben, Christine Sollfrank, Bildungsreferent Bernhard Suttner und KAB-Diözesansekretärin Christa Mösbauer (von links) rückten das Thema "Dankbarkeit" ins Blickfeld. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
03.11.2015
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Mit einer Geschichte aus dem Lukas-Evangelium tauchte Erwachsenenbildungsreferent Bernhard Suttner mit den interessierten Zuhörern in die Thematik "Dankbarkeit - der Schlüssel zu mehr Lebensfreude?" ein. Initiatoren waren KAB-Diözesansekretärin Christa Mösbauer und die Vorsitzende des Sachausschusses Familienleben, Christine Sollfrank.

In dieser Geschichte kommen zehn Aussätzige auf Jesus zu, bitten ihn um Erbarmen. Sie werden schließlich geheilt. Neun der zehn vom Aussatz geheilten Männer kehren in das bürgerliche Leben zurück. Nur einer von Zehn tut, was sich gehört, er bedankt sich. "Sind nicht zehn rein geworden? Wo aber sind die neun?" fragt Jesus enttäuscht. "Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?"

Nur eine Floskel

"Undank ist der Welt Lohn", lautet ein Sprichwort. Man könnte meinen, die Handlung mit den zehn Aussätzigen liefe nur auf diese Erkenntnis hinaus. Dankbarkeit sei nicht nur ein Herzensgefühl, sie muss auch ausgedrückt werden. Sie könne nur ein Herzensgefühl werden, wenn sie auch bewusst ausgesprochen werde, so Suttner. "Sag Danke!" mahnen Eltern schon ihre Kleinkinder, wenn diese etwas geschenkt bekommen. Suttner stellte die Dankesform auf verschiedene Ebenen. Als Beispiel nannte der Referent die oft in schriftlicher Form gestellte "Floskel". Da habe einer oder ein Team sein Bestes gegeben, Tag und Nacht gearbeitet und alle Ziele erreicht. "Danke für Ihre Bemühungen" finde man dann oft in einem Schreiben zu lesen. Diese Floskel käme auch bei Powermenschen nicht gut an, die ein Projekt anpacken, es vorantreiben und zu einem erfolgreichen Ende führen. Die "Grunddankbarkeit" sei nicht das Resultat der eigenen Leistung. Vielmehr sei es die Freude über das Schicksal oder den Umstand, der es gut mit uns gemeint hat. Als Beispiel könne man das kirchliche Fest "Erntedank" nennen. Hier wird gewürdigt, dass Landwirte hart arbeiten. Aber ob genug Regen fällt oder ein Hagelschauer alle Arbeit zunichtemacht, liegt nicht an ihnen.

"Dein Gnad, dein Macht, dein Herrlichkeit, o Herr, uns alle hoch erfreut", anhand dieses Liedes aus dem Gotteslob beschritt Suttner die politische-kirchliche Schiene. Das Lied stamme aus dem Jahre 1669, also aus einer Zeit, in der die Bauern als Leibeigene lebten und Großfamilien die Regel waren. Wenige Adelige regierten. Die breite Bevölkerung war also abhängig von ihren Lehensherren. Das spiegle sich auch in diesem Kirchenlied wieder, das auch heute noch gesungen wird. Mit dem heutigen Leben, der "Berechtigungsgesellschaft" von heute, in der alles geregelt sei, habe das nichts mehr zu tun. Niemand müsse sich heutzutage bei einem "Herren" für dessen "Gnade" bedanken, dass man bei Krankheit ganz selbstverständlich einen Arzt aufsuchen kann oder Kinder die Schule besuchen dürfen. Dieser Berechtigungsgedanke sei ganz besonders bei den Jugendlichen ausgeprägt.

Um den positiven Gedanken der Dankbarkeit verstehen zu können, solle man den negativen Ausdruck der "Undankbarkeit" betrachten. In der christlich geprägten Welt basiere, nach Meinung des Referenten, die Undankbarkeit in den "Sieben Tod- oder Wurzelsünden".

Aus dem Herzen

"Nun danket alle Gott mit Herzen Mund und Händen." Dieses Kirchenlied zeige alles auf, so Suttner, was Dankbarkeit ausmache. Man fühle die Dankbarkeit im Herzen, solle dies aber auch zum Ausdruck bringen. Weil man es mit Menschen zu tun habe, die mit Gott zu tun haben, müsse man ein zunehmend positiv helfendes Verhalten, das nicht zerstörend wirkt, beherzigen.
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