Blick zurück mit großem Stolz

Hans Andree (links) und Josef Heisler (rechts) heißen die neuen Ehrenmitglieder der Feuerwehr Schwandorf. Bilder: rid (2)
Lokales
Schwandorf
26.07.2015
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Die älteste Bürgerinitiative in Schwandorf besteht seit 150 Jahren. Es ist die Stadtfeuerwehr, die zu Beginn ihrer Jubiläumsfeierlichkeiten einen Kommersabend mit vielen Gratulanten im Programm hatte. Zahlreiche aktive und passive Mitglieder wurden geehrt.

Die Irlacher Blasmusik spielte den Defiliermarsch und die Bayernhymne. Dazwischen lagen nahezu drei Stunden, in denen Rückschau gehalten wurde auf eineinhalb Jahrhunderte. Für die Feuerwehr Schwandorf tat dies im Sitzungssaal des Zweckverbands Müllkraftwerk Festleiter Georg Tropper, der in Archiven geblättert und die Chronik gewissenhaft zusammengestellt hatte.

"Wir können mit Stolz zurückblicken", ließ Tropper erkennen und schilderte, wie es im Jahr 1865 war, als Männer wie Kommandant Peter Schuierer und Feuerwehrhauptmann Trautner die Organisation gründeten. Tropper verfolgte den Lauf der Vereinsgeschichte, erinnerte an Kameradschaft, Zusammenhalt und ungezählte Einsätze. Der wohl bis heute markanteste spielte sich nach dem 17. April 1945 ab, als weite Teile der Altstadt nach einem Bombenangriff in Trümmern lagen. "Die Männer unter Oberbrandmeister Andreas Salzl rückten aus und vernachlässigten, dass auch das eigene Haus in Mitleidenschaft gezogen war." Hilfe, ständige Bereitschaft, uneigennütziges und mutiges Einschreiten: "Die Wehr schlug sich immer großartig", unterstrich Tropper und bilanzierte: "So war es 1865, so ist es auch noch im Jahr 2015". Damals mit über das Pflaster holpernden Leitern, heute mit modernstem Gerät, das die Stadt ihrer Feuerwehr zur Verfügung stellt.

Die Reihe der Grußworte eröffnete stellvertretender Landrat Jakob Scharf. "Feuerwehren sind unverzichtbar und aus unserer Gemeinschaft nicht wegzudenken", sagte er. "Die Wehr gehört zum Stadtbild", unterstrich Oberbürgermeister Andreas Feller. "Während andere schlafen oder feiern, sind die Einsatzkräfte unterwegs", fuhr er fort und machte das an einem Unwetter fest, das in der Nacht zum Samstag zu Alarmen geführt hatte.

Viele Jahre lang war Robert Heinfling Kommandant der Schwandorfer Wehr. Jetzt ist er Kreisbrandrat. In dieser Eigenschaft sagte er: "Wir haben all denen zu danken, die immer da waren in dieser langen Zeit." Dekan Hans Amann zog eine Parallele zwischen Kirche und Feuerwehr. "Beide sind bereit zum Dienst für die Menschen in unserer Stadt", verdeutlichte der Geistliche. Der Kommersabend diente vorrangig dazu, einer Vielzahl von Feuerwehrleuten und Privatpersonen für Mitarbeit und Unterstützung zu danken. Hans Andree und Josef Heisler wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Kommandant Helmut Mösbauer hielt die Laudatio auf Brandrat Robert Heinfling, der den Titel "Ehrenstadtbrandinspektor" erhielt.

In der Feuerwehrhistorie spielt der Name Furtwengler eine wichtige Rolle. Karl Furtwengler war einst Kommandant. Sein Sohn Rudi, Stadtbrandmeister a. D., bekam beim Festabend das Goldene Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes. Weitere Nachkommen von Karl Furtwengler befanden sich ebenfalls auf der Liste der Geehrten. Bayern zeichnet FFW-Dienstleistende aus, die lange Zeit in ihrem Ehrenamt zubrachten. Ehrungen vom Freistaat gab es für Roland Krettner und Thomas Rimgaila für jeweils 25 Jahre. Für 40-jährige Dienstzeit wurden Robert Heinfling, Josef Heisler und Alfred Lorenz mit Kreuzen für die Uniform geehrt. Die Feuerwehr Schwandorfund deren Vorsitzender Andreas Hohler sprachen auch dienstliche Beförderungen aus. Seit dem Kommersabend darf OB Andreas Feller das Rangabzeichen eines Löschmeisters tragen. Damit verbunden ist allerdings die Bedingung, dass er an einer Leistungsprüfung teilnimmt. "Aber nicht als Melder", wie ihm Andreas Hohler vorsorglich zu bedenken gab. Wenn sie Anliegen hat, kann sich die Feuerwehr auf Firmen stützen, die ihr zur Seite stehen, zum Beispiel auf die Sparkasse, die Naabecker Schlossbrauerei, das Unternehmen Horsch und die Benteler-Niederlassung. Führende Vertreter dieser Betriebe bekamen eine Urkunde als "Partner der Feuerwehr".
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