Bombenangriff vor 70 Jahren: Gedenkstunde am Ehrenmal in der Fichtlanlage
Friede als wichtigstes Gut

Lokales
Schwandorf
17.04.2015
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Das Inferno dauerte nur eine Viertelstunde. 1250 Menschen verloren ihr Leben, Tausende ihr Dach über dem Kopf. Der 17. April 1945 ist einer der schwärzesten Tage der Geschichte der Stadt, unauslöschlich in der Erinnerung derjenigen, die den Bombenangriff überlebt haben. In einer Gedenkstunde am Donnerstag Abend in der Fichtlanlage rief Oberbürgermeister Andreas Feller dazu auf, das Datum auch als Tag der Mahnung zu verstehen, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen, Verantwortung für den Frieden zu übernehmen.

Dekan Hans Amann und Stadtpfarrer Arne Langbein stellten den Begriff des Friedens in den Mittelpunkt der ökumenischen Gedenkfeier. Wenn der Mensch die Gebote außer Acht lasse, Irrwege verfolge, dann sei der Friede in Gefahr. Langbein erinnerte an die beim Angriff zerstörte protestantische Kirche, aus der der damalige Pfarrer den Christus-Torso barg, der heute in der Erlöserkirche zur Erinnerung mahnt .

Bilder des Terrors und der Zerstörung seien auch heute allgegenwärtig, sagte Dekan Amann. Im Gedenken solle nicht der Schrecken im Mittelpunkt stehen, es solle vielmehr lehren, warum der Friede so wichtig ist. Irrwege, verführerische Kräfte - Amann nannte "Pegida", Rechtsextremisten und nationalistische Gruppen - gefährdeten diesen Frieden.

Der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass die Partnerstadt Sokolov (Falkenau) in der gleichen Nacht in Schutt und Asche gelegt wurde. Leider habe die Menschheit aus den Schrecken der beiden Weltkriegen wenig gelernt, beinahe täglich werde in den Medien von kriegerischen Auseinandersetzungen berichtet. "Nur wenn wir alle bereit sind, uns gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, gegen politischen Extremismus und religiösen Fanatismus einzusetzen, kann es uns gelingen, in Frieden in einem freien Land zu leben", sagte Feller. Feller würdigte aber auch die Aufbauleistung der Überlebenden, die sich angesichts der gewaltigen Zerstörungen nicht entmutigen ließen, die Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen hätten. "Jetzt geht es darum, Flüchtlingen und Asylbewerbern aus anderen Kulturkreisen in ihrer Notlage zu helfen", spannte Feller den Bogen in die Gegenwart. Die Gedenkstunde umrahmte das städtische Bläserensemble um Peter Habermeier musikalisch.
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