Borderline-Trialog im Diakoniezentrum erfährt positives Echo - Fortsetzung geplant
Neue Wege des Verstehens

Lokales
Schwandorf
15.04.2015
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Neue Wege des Verstehens zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften: Das stand im Mittelpunkt des zweiten "Borderline- Trialogs" im Diakoniezentrum.

Ende März fand die letzte von vier Veranstaltungen des diesjährigen Borderline-Trialogs im Schwandorfer Diakonie Zentrum in der Waldschmidtstraße statt. Das Interesse war groß: Mehr als 30 Teilnehmer waren angemeldet. Das teilte die Diakonie mit. Die erste Infoveranstaltung gestaltete Anja Link (Borderline Trialog, Nürnberg). Sie gab Informationen zur Entstehung und Geschichte der Persönlichkeitsstörung mit dem Namen "Borderline". Ebenso referierte Anja Link zu den guten Behandlungsmöglichkeiten. Mit den Teilnehmern wurden die Themen für die weiteren Treffen festgelegt: "Entstehung und Diagnosestellung", "Identität" und "Therapiemöglichkeiten".

Betroffene sind in bestimmten Bereichen der Gefühle, des Denkens und Handelns beeinträchtigt. Das äußert sich im Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen und in einem gestörten Verhältnis der Erkrankten zu sich selbst. Depressionen sowie verschiedene Formen selbstverletzenden Verhaltens begleiten die Erkrankung sehr häufig. Im Trialog werden die Themen auf Augenhöhe gemeinsam diskutiert. Hierbei entwickeln sich intensive Gespräche in der Runde. Besonderer Dank der Veranstalter gilt hier den Betroffenen und Angehörigen, die ihre Erfahrungen sehr offen einbrachten. Die Idee des Trialogs ist, dass beispielsweise Betroffene auch von anderen Angehörigen erfahren, wie schwierig der Alltag mit einem Betroffenen in der Familie ist. Oder umgekehrt, dass Angehörige von anderen Betroffenen hören wie es sich anfühlt, mit der Diagnose zu leben. Am letzten Abend wurden über die Behandlungsmöglichkeiten gesprochen. Besonders positiv wird die DBT (Dialektisch-Behaviorale-Therapie) gesehen. Gerade hier waren die Berichte von Betroffenen über ihre Therapieerfahrungen und Erfolge sehr beeindruckend und hilfreich. Manche Teilnehmer äußerten ihr Bedauern, dass es in der Region noch zu wenig Angebote für Betroffene gibt. Die beiden Organisatorinnen Sylvia Bässler und Ulrike Eisend versprachen jedenfalls, für 2016 wieder einen Borderline- Trialog in Schwandorf auf die Beine zu stellen.
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