Chancen für Förderschüler

"Metall - hart oder doch ganz weich?" hieß ein Workshop, den Fachlehrerin Susanne Kochherr (rechts) leitete. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
25.10.2015
31
0

Immer weniger Kinder werden in der Förderschule eingeschult. In der vierten Klasse sieht es dann ganz anders aus.

Rektor Michael Zirngibl gab beim 8. Schwandorfer Förderschultag am Samstag an der Förderschule in Ettmannsdorf 320 Fortbildungszertifikate aus und betonte: "Das ist neuer Rekord". In 18 Workshops konnten sich die Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschullehrer fortbilden. Die Themen reichten von erzieherischen Themen bis zur Sprachförderung, von musischer Erziehung bis hin zur Entwicklung der Schreibkompetenz und von der Förderung lernschwacher Kinder bis zur Stärkung des Selbstbewusstseins.

"Ist die Förderschule in Zeiten der Inklusion eigentlich noch zukunftsfähig?" Diese Frage beantwortet der Schulleiter mit einem eindeutigen "Ja". Die Experten aus Schule, Behörden und Wirtschaft seien sich mit den Lehrkräften einig, dass die individuelle Förderung lernschwacher Kinder am besten in einer eigenen Einrichtung gelinge. "Trotz anfänglicher Bedenken mancher Eltern", so Michael Zirngibl.

Der Rektor betonte die enge Zusammenarbeit mit den Grund- und Mittelschulen. Dort seien die Lehrkräfte des "mobilen Dienstes" mit 55 Wochenstunden zur Förderung lernschwacher Kinder eingesetzt. Aktuell besuchen 123 Schüler die Förderschule in Ettmannsdorf, unterrichtet von 30 Lehrkräften. Diese Zahl sei konstant, so der Schulleiter. Nicht aber die der Kinder, die jährlich eingeschult werden.

Das liege einerseits an der schulvorbereitenden Einrichtung, die die Defizite ausgleiche und den Kindern den Einstieg in die Grundschule ermögliche, aber auch an den Eltern, die das "Stigma" der Förderschule zu umgehen versuchen. "Allerdings nicht zum Wohle ihrer Kinder", wie Zirngibl hervorhob. "Diese kommen dann später zu uns." Etwa in der vierten Klasse, der der Schulleiter mittlerweile "zweizügig" führen muss.

Das Schuljahr begann mit zwei Änderungen. Ein neuer Lehrplan trat in Kraft und: Es gibt an der Förderschule keine Noten mehr. Außer in der achten und neunten Klasse, wenn sich die Jugendlichen bewerben wollen. Der Rektor spürt die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt deutlich. Früher habe sich kaum eine Firma für seine Absolventen interessiert, "jetzt häufen sich die Anfragen".

Der neue Lehrplan zwingt auch die Lehrkräfte zum Umdenken. Weg von der Wissensvermittlung, hin zur Kompetenzstärkung. Rektor l Zirngibl betont vor allem den erzieherischen Aspekt: "Wir müssen das Verhalten der Kinder stabilisieren und ihr Selbstbewusstsein stärken". Und: "Wir müssen sie ermuntern, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstehen".
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11034)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.