Container für Kleider und Kanister

Das Sammel-Spektrum auf den Recyclinghöfen im Landkreis - hier eine Aufnahme aus Schwandorf - soll erweitert werden: Es ist vorgesehen, dass dort künftig auch Container für Altkleider, Holz oder Küchenabfälle stehen. Archiv-Bild: rid
Lokales
Schwandorf
04.03.2015
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Bald soll es möglich sein, auch alte Kleider oder Holz in sämtlichen 24 Recyclinghöfen im Landkreis zu entsorgen. Das sieht das Abfallwirtschaftskonzept vor, das auf der Grundlage eines Gutachtens eine Reihe von Verbesserungen anstrebt. Gute Nachrichten gibt es auch für die Kommunen.

Vor rund drei Jahren wühlten die Forscher des Bifa-Umweltinstituts in Augsburg buchstäblich im Müll. Sie wollten wissen, was genau in den Abfalltonnen der Landkreisbürger landet und wie die Abfallwirtschaft auf der Grundlage dieser Ergebnisse optimiert werden könnte. Die Resultate dieses Gutachtens wurden in das Abfallwirtschaftskonzept eingearbeitet, dessen Fortführung und Erweiterung der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Tourismus am Montag beschloss.

Im Mittelpunkt steht die künftige Ausstattung der Recyclinghöfe. Hier sahen die Forscher noch Verbesserungspotential und sprachen sich für ein breiteres Sammel-Spektrum aus. So sollen künftig auf den Höfen auch Container für Altkleider aufgestellt werden. Sammelbehälter für sogenannte "Stoffgleiche Nichtverpackungen" sind ebenfalls vorgesehen. Hinter diesem sperrigen Begriff verbergen sich zum Beispiel Wäschekörbe, Kanister, Gießkannen, Regentonnen, Gartenstühle oder Kinderspielzeug aus Plastik. Auch das Aufstellen von Containern für Altholz auf sämtlichen Höfen empfehlen die Forscher. Bislang stehen derartige Behälter erst auf 15 der 24 Recyclinghöfe.

Küchenabfälle sammeln

Irene Schiml aus dem Sachgebiet Abfallwirtschaft am Landratsamt legte dem Ausschuss außerdem dar, dass die bayerische Staatsregierung und das Umweltministerium seit Herbst vergangenen Jahres zu einer flächendeckenden Biotonne tendieren. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen schlug sie vor, dass auf den Recyclinghöfen in Zukunft auch eine Sammelmöglichkeit für Küchenabfälle eingerichtet wird.

Einen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung der geplanten Erweiterungen gibt es noch nicht. Auf einigen Recyclinghöfen wären zuvor noch Umbau- oder Neubaumaßnahmen nötig. Dafür wird der Kreis den Kommunen mit deutlich mehr Geld unter die Arme greifen als bisher (siehe grüner Kasten).

Eine Gegenstimme

Grünen-Kreisrat Rudolf Sommer plädierte dennoch für die Einführung der Biotonne im Landkreis, um weniger organischen Abfall in der Mülltonne zu haben. Das sahen Maria Baumer (CSU) und Jürgen Neuber (FW) anders. Baumer betonte, dass der Anteil von Bioabfällen im Restmüll im Landkreis - etwa 25 Kilogramm pro Einwohner im Jahr - in dem Bereich von Kreisen mit Biotonne liege. Dort finden sich Organik-Anteile von 5 bis 35 Kilo pro Einwohner im Jahr im Müll. Außerdem würden die Bürger, die jetzt über einen Kompost für Küchenabfälle verfügen, um ihren 15-prozentigen Nachlass bei den Müllgebühren gebracht. Gegen die Stimme von Rudolf Sommer beschloss der Ausschuss die Fortführung des Abfallwirtschaftskonzeptes einschließlich der vorgestellten Erweiterungen. (Hintergrund)
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