Dafür mehr Graureiher und Kormorane - Sorgenfalten bei der Jägerschaft - Naturschutzschau mit ...
Hasen und Fasane immer mehr auf dem "Rückzug"

Der Vorsitzende des Jägervereins St. Hubertus, Hans Vornlocher (links) und Kreisjagdberater Herbert Krauthann zogen bei der Pflichthegeschau Bilanz für die Hegegemeinschaft Wackersdorf und Neukirchen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
14.04.2015
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Neun von zehn getöteten Rehen sind im Jagdrevier Oder Opfer des Straßenverkehrs geworden. Im Raum Fronberg liegt der Anteil des Fallwildes bei 82 Prozent. Im gesamten Landkreis wurden von den 5442 erlegten Rehen im vergangenen Jagdjahr 1017 totgefahren. Zahlen, die dem Kreisjagdberater zu denken geben.

Herbert Krauthann zog bei der Naturschutzschau der Hegegemeinschaften Wackersdorf und Neukirchen am Samstag im Tierzuchtzentrum Schwandorf Bilanz. Im Gebiet Wackersdorf sollten die Jäger nach dem dreijährigen Abschussplan 218 Rehe erlegen und verfehlten das Ziel mit 210 nur knapp. Die Waidmänner der Hegegemeinschaft Neukirchen schossen 301 Rehe und lagen damit über dem Soll von 298 Tieren. Der Fallwildanteil lag in Wackersdorf im Schnitt bei 31 und in Neukirchen bei 17 Prozent. Von den 145 ausgestellten Gehörnen stammten 33 von einjährigen, 96 von zwei- bis vierjährigen und nur 16 von älteren Tieren. "Dieses Verhältnis entspricht nicht unseren Idealvorstellungen", räumte Herbert Krauthann an. Der Kreisjagberater bescheinigte den Hegegemeinschaften jedoch einen "guten Durchschnitt". Was den Jägern weiter zu schaffen macht, ist das Schwarzwild. Mit 1814 erlegten Sauen erzielte der Landkreis im vergangenen Jahr die "zweithöchste Strecke".

Weniger Biotope

Dass sich die Wildschweine dennoch rasant vermehren, führt Herbert Krauthann auf die Veränderung des Klimas zurück. Milde Winter und ein vermehrtes Nahrungsangebot ließen die Population wachsen. Verlierer des Klimawandels seien dagegen die Hasen, Fasane und Enten. "Die Biotope, die das Niederwild zum Überleben braucht, werden weniger", so die Erklärung des Kreisjagdberaters. Früher sei die Region ein Eldorado für Fasane gewesen, sagte Krauthann. Heute schwinde die Population von Jahr zu Jahr. Dafür nähmen Graureiher, Kormoran und Graugänse zu. Der Vorsitzende des Jägervereins St. Hubertus, Hans Vornlocher, hält die Hege des Rehwildes "bei diesen stringenten Abschussplänen fast nicht mehr für möglich". Fünfjährige Böcke suche man mittlerweile vergeblich unter den Gehörnen. Die Niederwildsituation in den Revieren der beiden Hegegemeinschaften stufte er "als bedenklich, wenn nicht sogar katastrophal" ein.

"Wo sind die Rebhühner, Fasane, Karnickel und Hasen geblieben?" so die rhetorische Frage des Kreisgruppenvorsitzenden. Bei den Wildschweinen stelle sich die Frage anders herum. Um deren Population in den Griff zu bekommen, sei ein Bündel von Maßnahmen erforderlich. Dazu gehöre auch der Einsatz von Nachtzielgeräten, so Hans Vornlocher.
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