Dem Amtsgericht eine dubiose Geschichte aufgetischt - Verhandlung wird im Januar fortgesetzt
Schlepper gekauft und nicht bezahlt

Lokales
Schwandorf
10.11.2014
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Die Ehefrau hat vor vier bis fünf Jahren 800 000 Euro geerbt. Der Ehemann weiß bis heute noch nicht, wer seiner Frau eigentlich diese große Summe vererbt hat. Er kaufte aber mit ihr zusammen einen Traktor für über 90 000 Euro, obwohl er selbst gar keine Landwirtschaft besitzt. Angeblich hat er schon vor dem Kauftag das Geld überwiesen. Doch die Bank hat keine Zahlungsanweisung erhalten und auch auf den Kontoauszügen sind keine Überweisungen zu finden.

Diese dubiose Geschichte tischte ein verheirateter Kraftfahrer aus dem Raum Regensburg der Richterin Petra Froschauer bei einer Verhandlung am Amtsgericht Schwandorf auf. Der wegen Betruges Angeklagte hatte seine Ehefrau nicht mitbringen können, die ebenfalls des Betruges angeklagt war, konnte aber für sie ein Krankheitsattest vorlegen.

Der Vertreter der Anklage brachte dem Angeklagten in Erinnerung, dass er zusammen mit seiner Frau am 9. September 2013 in Dieterskirchen von einem Fachbetrieb einen Schlepper für 90 400 Euro gekauft hatte. Er ließ diesen vorher noch nach seinen Vorstellungen umrüsten, obwohl er wissen musste, dass er diesen Traktor nicht bezahlen konnte. Den Kaufvertrag hatte er alleine unterschrieben.

Richterin Petra Froschauer wollte am Beginn der Verhandlung das Verfahren gegen die Ehefrau abtrennen, kam aber wegen der dubiosen und nicht nachvollziehbaren Aussagen des Angeklagten zum Schluss, dass zu diesem Verfahren auch die Ehefrau gehört werden müsse. Deshalb wurde für Januar des kommenden Jahres ein neuer Termin angesetzt, an dem die beiden Angeklagten zu diesem Fall gehört werden können.

Wie die Traktorverkäuferin aus Dieterskirchen in der Verhandlung ausführte, habe der Angeklagte schon vor der Auslieferung des Traktors von ihr die Kontonummer wissen wollen und ihr bei der Abholung gesagt, dass die überwiesene Kaufsumme schon auf ihrem Konto liegen müsse. Als sie das jedoch am nächsten Tag und an den weiteren Tagen immer wieder überprüfte, war da nichts überwiesen. Bei einem Anruf bei dem Angeklagten hatte dieser ihr am Telefon gesagt, dass er der Bank "nun aber Dampf machen werde".

Diese Aussage erwies sich aber eher als "Dampfblase", denn die Bank wusste von den angeblich getätigten Zahlungsanweisungen nichts. Der Traktor wurde, da über den Zeitraum von mehr als einem Jahr nur Zahlungen von 8000 Euro eingegangen sind, auf anwaltliche Anweisung wieder zurückgeholt und weiterverkauft. Da der Traktor jedoch an 49 Betriebsstunden genutzt wurde und auch die Umrüstungen teilweise rückgängig gemacht werden mussten, sitzt die Firma immer noch auf einem Minus von 15 000 bis 20 000 Euro, die bezahlt werden müssen.

Die Gerichtsverhandlung wird nun am 15. Januar 2015 um 8.30 Uhr am Amtsgericht Schwandorf fortgesetzt. Dann geht die Richterin davon aus, dass dazu beide Eheleute erscheinen können und die entsprechenden Nachweise für ihre Aussagen mitbringen.
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