Deponie wird wieder Wiese

Deponie-Leiter Johann Vornlocher, ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll und Verbandsvorsitzender Landrat Thomas Ebeling (von links) erläutern an einer Schautafel den Ablauf der weiteren Abdichtung der Mathiasgrube. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
04.09.2015
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Unten Schlacke, dann Sand, Bentonitmatte, Dichtungsbahn, Drainagematte, Rekultivierungserde, oben Humus. Schicht für Schicht dichtet der Zweckverband Müllkraftwerk (ZMS) einen weiteren Teil der Deponie Mathiasgrube bei Haselbach ab. Am Ende soll darauf eine Wiese wachsen.

Schon seit 2010 laufen auf dem ehemaligen Tagebau (siehe Kasten) Abdichtungsmaßnahmen, nun ist die Westböschung an der Reihe, wie Deponieleiter Johann Vornlocher mit Verbandsvorsitzendem Thomas Ebeling und Verbandsdirektor Thomas Knoll am Freitag vor Ort erläuterte. Rund 2,8 Millionen Euro werden für die 35 000 Quadratmeter fällig. Die Planung lag wieder beim Ingenieurbüro Grontmij aus Mainz, das schon die bisherigen Abschlussmaßnahmen so konzipiert hat, wie es der Genehmigungsbescheid der Regierung vorschreibt. Den Auftrag erhielt die Bietergemeinschaft Hermanns HTI/Bickardt Bau aus Kassel. Seit April 2015 wird das Gelände profiliert und mit den genannten Materialien abgedichtet. An der Westböschung ist ausschließlich Schlacke aus dem Müllkraftwerk gelagert. Auf die Schlacke kommt zum Ausgleich der Unebenheiten Sand, dann eine Bentonitmatte - ähnlich einer "braunen Wanne" beim Hausbau - dann eine 2,5 Millimeter dicke, verschweißte Kunststofffolie, eine Dränmatte, dann etwa ein Meter mächtig Erde und zum Schluss etwa 30 Zentimeter Humus. Diese Schichten sollen das Eindringen von Niederschlagswasser in die Deponie reduzieren. Was doch durchsickert, wird abgepumpt und in zwei Kläranlagen gereinigt. Eine davon dürfte kommendes Jahr überflüssig werden, weil weniger Wasser anfällt.

Für Straßenbau

Damit beim Bau alles genau nach Vorschrift abläuft, sind auch Fremdüberwacher eingesetzt. Es wird zum Beispiel genau festgehalten, wo welche der nummerierten Dichtungsbahnen eingebaut wird, erläuterte Vornlocher. Das Erdreich für die Aufschüttung wird über eine Behelfsstraße von einer Baustelle am Horsch-Standort angefahren.

Auf der Humusschicht wird eine Wiese angesät, allerdings ohne Tiefwurzler oder Leguminosen. Die würde die Abdichtung gefährden. "Das muss jedes Jahr mindestens einmal überarbeitet werden," sagte Vornlocher. Nach der Abdichtung wird die Deponie noch Platz für rund 315 000 Kubikmeter Schlacke bieten. "Das reicht noch viele Jahre", sagte Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling. In den kommenden Jahren soll die Schlacke aus dem Kraftwerk - etwa 90 000 Tonnen pro Jahr - komplett als Füllmaterial etwa im Straßenbau verwendet werden. Außerdem wird an Möglichkeiten geforscht, noch weiteres, wertvolles Material aus der Schlacke zurückzugewinnen.

Für die Nachsorge der Deponie muss der Zweckverband Rücklagen bilden. Denn selbst wenn sie einmal endgültig abgeschlossen ist, muss sich der ZMS 60 Jahre lang um die Mathiasgrube kümmern.
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