Der Name ist Programm

Vorsitzender Helmut Ertel und seine Stellvertreterin Brigitte Harrieder (von links) stellten den neuen Geschäftsführer der Lebenshilfe Schwandorf, Jörg Gaßner (rechts), vor. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
23.07.2015
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Jörg Gaßner ist neuer Geschäftsführer der "Lebenshilfe Schwandorf". Der 39-jährige Betriebswirt tritt die Nachfolge von Martin Kneidl an, "der uns", wie sich Vorsitzender Helmut Ertel (Bruck) bei der Hauptversammlung am Mittwoch ausdrückte, "abhanden gekommen ist".

Jörg Gaßner war zuvor wirtschaftlicher Leiter am Klinikum St. Marien in Amberg und ist nun zuständig für das operative Geschäft der "Lebenshilfe Schwandorf". Martin Kneidl hat nach Informationen unserer Zeitung Anfang des Jahres die Schwandorfer Lebenshilfe verlassen und wechselte zu einem anderen Arbeitgeber.

Drei Wohnheime

Der Verband ist Träger der schulvorbereitenden Einrichtungen mit fünf Gruppen, in denen Kinder mit Entwicklungsverzögerungen auf die Schule vorbereitet werden. In den drei Wohnheimen unter der Regie der "Lebenshilfe" leben derzeit 95 Menschen mit Behinderungen. Als wichtige Säule bezeichnet der Vorsitzende den familienentlastenden Dienst, der Familien mit behinderten Angehörigen unterstützt und gemeinsame Veranstaltungen organisiert.

Leiterin Regina Suttner geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. "Wir führen derzeit Bewerbungsgespräche mit Kandidaten, die für die Nachfolge in Frage kommen", informierte Helmut Ertel die Mitglieder. In der "Offenen Behindertenarbeit" sind 100 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig, die teilweise eine Aufwandsentschädigung bekommen. "Da wird jetzt der Mindestlohn zum Problem", befürchtet der Vorsitzende.

85 neue Arbeitsplätze

Gemeinsam mit dem VdK ist die Lebenshilfe auch Träger der Naabwerkstätten. Geschäftsführerin Margit Gerber gab einen Bericht zum Neubau der Einrichtung für psychisch kranke Menschen, in die die Träger 6,5 Millionen Euro investiert haben. An der Dachelhofer Straße entstanden 85 Arbeitsplätze. Sie verteilen sich auf die Bereiche Montage, Metallverarbeitung, Gartenbau- und Landschaftspflege sowie Fahrradreparatur. Die meisten Mitarbeiter waren früher auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt, dem Stress aber auf die Dauer nicht gewachsen. Jetzt können sie im Schonraum ihre Fähigkeiten entwickeln. Im Schnitt verdienen sie 300 Euro im Monat, erklärt Geschäftsführerin Margit Gerber. Die Auftragslage sei gut.

"Kann jeden treffen"

Die Zentrale der Naabwerkstätten bleibt weiter in Ettmannsdorf, die Mitarbeiter der außerhalb angemieteten Standorte werden nun im neuen Gebäude zusammengefasst. Das Geld für den Neubau stammt vom "Zentrum Bayern Familie und Soziales", von der Arbeitsagentur und aus Eigenmitteln. Für den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf mache die Lebenshilfe ihren Namen zum Programm.

Sie stelle den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns und helfe ihm, seine Talente und Fähigkeiten zu entwickeln. 96 Prozent der Betroffenen seien durch Krankheit oder Unfall zu Behinderten geworden, betonte Jakob Scharf und schlussfolgerte: "Es kann jeden von uns treffen". Als vorbildliches Beispiel für gelungene Inklusion wertete der stellvertretende Landrat die Teilnahme der Lebenshilfe mit 67 Walkern am Landkreislauf.
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