Details zu dramatischen Einsätzen

Lokales
Schwandorf
23.11.2014
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Die Themen waren im wahrsten Sinne des Wortes brandheiß. Beim siebten Symposium des Kreisfeuerwehrverbandes traten Referenten auf, die Einsatzleiterfunktionen übernahmen, als bundesweit für Schlagzeilen sorgende Ereignisse geschahen.

Über sieben Stunden lang wurde in der Oberpfalzhalle referiert. Doch das Interesse der anwesenden Feuerwehrmänner und -frauen erlahmte bis zur letzten Minute nicht. Was die Symposiumsbesucher nach Begrüßungsworten von Kreisbrandrat Robert Heinfling, Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller hörten, waren Fallschilderungen, die sie zumindest von Zusammenfassungen her aus dem Fernsehen kannten. Doch bei der Veranstaltung bekamen die Feuerwehrleute jetzt Auflistungen, die bis hinein ins letzte fachliche Detail gingen. Von Männern, die dramatische Großeinsätze führten.

Aus dem Hochschwarzwald-Kreis war bei Freiburg Brandmeister Alexander Widmaier angereist. Er übernahm die Funktion des Einsatzleiters, als vor zwei Jahren die Alarmglocken schrillten und seine Leute zum Brand in einer Behindertenwerkstätte ausrückten. Was dann in Titisee-Neustadt geschah, hatten selbst erfahrene Helfer noch nie erlebt. Das Feuer, ausgelöst durch einen sogenannten Katalytofen, weitete sich zum Großbrand, den es in solcher Form nie zuvor in Deutschland gegeben hatte.

14 Todesopfer

Zunächst bargen die unter Atemschutz vorgehenden Einsatzkräfte vier Tote und elf Verletzte. Zum Schluss zählte man 14 Todesopfer. Darunter auch eine Bedienstete, die unabsichtlich dafür gesorgt hatte, dass aus dem Ofen Propangas ausströmte. Über 400 eintreffende Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter, Ärzte und Polizisten hatten die Katastrophe nicht verhindern können.

Was hat man zu tun, wenn sich eine gefundene Fliegerbombe nicht entschärfen lässt? "Wir mussten kontrolliert sprengen", unterstrich Brandoberrat Matthias Ott von der Münchner Berufsfeuerwehr. Zwei Tage lang war im August 2012 vergeblich versucht worden, das mitten im dicht besiedelten Stadtteil Schwabing gefundene Kriegsrelikt durch Entfernen des Zünders unschädlich zu machen. Dann blieb keine andere Wahl, als die Detonation unter Aufsicht.

2500 Evakuierte

60 000 Menschen in der näheren und weiteren Umgebung gefährdet, 2500 Evakuierte, umfangreiche Vorkehrungen, Verkehrschaos am Abend des dritten Tages. Dann die Explosion: Unzählige Scheiben zerbarsten, Brände brachen aus. Es war auch für den erfahrenen Brandoberrat eine Aktion, deren Ausgang er nicht kannte. Was Ott schilderte war packend, man erfuhr Details. Auch das: Die Stadt musste später über vier Millionen Euro an Schadenersatz leisten. "Doch Menschen", ließ Ott erkennen, "kamen nicht zu Schaden."

Es gab noch einen weiteren Mann, der von einem spektakulären Ereignis erzählte. Sein Name: Andreas Gabriel, Chef der Feuerwehr in Bad Reichenhall und zusammen mit nahezu 1000 Helfern gefordert, als hoch über seiner Heimatstadt am Thumsee im Gebirge der Wald brannte. Drei Tage und Nächte lang mussten Feuerwehrleute lange Schlauchstrecken verlegen, holten sieben Hubschrauber Wasser aus dem See und kippten ihre Behälter über dem Flammeninferno ab. "Es waren insgesamt drei Millionen Liter", bilanzierte Gabriel und zeigte beeindruckende Bilder.

Was ist, wenn ein Elektrofahrzeug brennt oder in einen Unfall verwickelt ist? Auch dazu gab es an diesem Tag sachkundige Informationen. Sie kamen von Hauptlöschmeister Bernhard Hatzinger aus Arrach bei Cham. Er beschäftigt sich seit langem intensiv mit solchen Einsätzen, machte Gefahren deutlich und beschrieb Vorgehensweisen. Dabei vertiefte sich die Erkenntnis: Vorsicht ist geboten, Sachkenntnis dringend notwendig.
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