Die Dörfer sollen wachsen

Im Baugebiet "Hasenbuckel" in Fronberg sind fast alle Parzellen verkauft. Die Nachfrage nach Bauland bleibt, neue Gebiete sollen nun in Kreith, Richt und Irlaching entstehen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
05.03.2015
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Bauland wäre in der Stadt vorhanden. Allerdings werden viele brachliegende Grundstücke von den Eigentümern zurück gehalten. Der Planungsausschuss setzt jetzt auf neue Baugebiete in den westlichen Stadtteilen.

Die Stadt wächst doppelt so schnell, als noch 2010 prognostiziert. Das ist einerseits erfreulich, setzt die Verantwortlichen im Stadtrat andererseits aber auch unter Zugzwang. Mit einem Rahmenplan sollen nun weitere Bau-, aber auch Gewerbegebiete auf den Weg gebracht werden. Auf 54 Hektar beziffert die Stadtplanung vorhandene Reserven in Baugebieten und Baulücken. Das sind immerhin 25 Hektar weniger als noch vor zehn Jahren. Weil viele Eigentümer aber nicht abgabebereit sind, bleiben die Grundstücke unverfügbar.

Keine Chance in Fronberg

Ebenso wenig abgabebereit sind die Eigentümer der Grundstücke anschließend an das beinahe ausverkaufte Baugebiet "Hasenbuckel" in Fronberg. Die Hochwasserlinien, Lärmwerte und weitere Ausschlusskriterien angesetzt, bleiben laut Stadtplanerin Sabine Pollinger nur noch Flächen in den westlichen Stadtteilen. Ins Auge gefasst werden Kreith, Richt und Irlaching. Potenziale für Gewerbegebiete sind im Stadtsüden Richtung Klausensee und in Fronberg unmittelbar an der Autobahnanschlussstelle gegeben. Wobei der Druck in diesem Bereich nicht so drängend sei, wie Pollinger erläuterte. Im Rahmenplan aufgenommen wird auch ein Gebiet am Sitzenhof, um für "Horsch" Erweiterungspotenziale zu sichern.

Kaum Infrastruktur

Laut Stadtplanerin Sabine Pollinger ergibt sich für die Stadt bei einem erwarteten Wachstum von 0,3 Prozent bis 2030 ein zusätzlicher Flächenbedarf von 30 Hektar für Wohnbau. Das neu auszuweisende Bauerwartungsland will die Stadt nutzen, um regulierend auf den Grundstücksmarkt einzuwirken. Das heißt: Ausgewiesen würde nur, wenn die Eigentümer die betreffenden Grundstücke an die Stadt abgeben würden.

Andreas Wopperer (CSU) und Manfred Schüller (SPD) befürworteten den Rahmenplan grundsätzlich. Schüller verwies darauf, mit der Gewerbenutzung nicht zu nahe an den Klausensee als wichtiges Naherholungsgebiet heran zu rücken. Bedenken gegen den Rahmenplan äußerte Marion Juniec-Möller (Grüne): In den Stadtteilen fehle es schlicht an der Infrastruktur. "Da gibt's keine Schule, keinen Kindergarten, keine Einkaufsmöglichkeiten". Die neuen Baugebiete würden also auf jeden Fall für mehr Verkehr sorgen.

Kurt Mieschala (UW) sprach konkret die Verkehrserschließung für Richt und Kreith an. Die Adalbert-Brunner-Straße sei wenig leistungsfähig, der Anschluss an die Bundesstraße an der Brunnleite (Baumschule Bösl) riskant. Er forderte, sich noch stärker für die Aktivierung von Brachflächen einzusetzen. Der Ausschuss brachte den Rahmenplan auf den Weg, auf Anregung von Marion Juniec-Möller (Grüne) werden Flächen für Freizeit und Erholung aufgenommen. Gleichzeitig beschloss das Gremium, ins Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan in Kreith (an der Kapellenstraße und östlich des Dorfs) und in Irlaching (südöstlicher Dorfrand) einzusteigen. Die SPD und Kurt Mieschala stimmten dagegen. Sie wollten zunächst den Rahmenplan abwarten.
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