Döpfer-Schule will aussiedeln

Praxistag bei den Physiotherapeuten: Sie würden sich gerne im Haus stärker ausbreiten. Das geht aber nur, wenn die Grundschule das Feld räumt. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
21.09.2015
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Hubert Döpfer möchte seine private Grundschule auslagern und hat auch schon einen Standort im Auge: das Grundstück unterhalb des Ämterzentrums. "Da muss die Stadt allerdings den Bebauungsplan ändern", gab Landrat Thomas Ebeling am Montag im Gespräch mit dem Bildungsunternehmer zu bedenken.

Außerdem müsste er sich mit dem Eigentümer des Areals, der Bundesimmobilienverwaltung, einigen. Der Druck auf Döpfer kommt von den Eltern, die ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule bringen und sich in der Klosterstraße gegenseitig behindern. "Wir suchen deshalb einen Platz am Stadtrand", gab Hubert Döpfer dem Landrat und dem Landtagsabgeordneten Alexander Flierl zu verstehen. Die beiden CSU-Politiker lernten die Schulphilosophie kennen, den Wechsel von kognitivem Lernen und Bewegungspausen. Die 90 Mädchen und Buben in den vier Klassen bekommen auf Wunsch ein Mittagessen und können die verlängerte Mittagspause oder auch die Nachmittagsbetreuung bis 17.15 Uhr nutzen.

Ein Stockwerk darüber werden die Physiotherapeuten ausgebildet. Stellvertretende Schulleiterin Ute Diermeier-Sturm übte mit den Studenten im dritten Semester für die Praxis. Noch müssen die Physio- und Ergotherapeuten auch in das benachbarte ehemalige Vereinshaus ausweichen, "das aber", wie Hubert Döpfer versichert, "nicht mehr den heutigen Standards entspricht". Lieber würde er mit den Physiotherapeuten die Räume beziehen, die momentan noch die Grundschule belegt. Der Vorteil: Die Studenten kommen nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug.

Eine weitere Neuerung: Hubert Döpfer bewirbt sich um das Pilotprojekt "duale dreijährige Erzieherausbildung", das im nächsten Jahr anläuft. MdL Alexander Flierl will sich dafür verwenden, "dass Schwandorf zum Zug kommt". Der Schulträger hat vorsorglich bereits die Räume der Freikirche am Kolpingplatz angemietet, die bislang noch die Mennoniten nutzen.

Das Bildungsunternehmen Döpfer beschäftigt mittlerweile 650 Mitarbeiter an sieben Standorten in Deutschland , davon 100 in Schwandorf. Die Einrichtungen besuchen knapp 4000 Schüler, Auszubildende und Studenten. Das jüngste Projekt ist die Hochschule für Medizinpädagogik und angewandte Psychologie in Köln mit 200 Studenten. Für den Bachelor-Studiengang hat Hubert Döpfer die Akkreditierung erhalten, für den "Master" wird er sie demnächst beantragen. Die Auslandsstandorte hat der Bildungsunternehmer inzwischen wieder aufgegeben. "Istanbul und Kairo, das war nicht zielführend".

Dafür investiert Hubert Döpfer in die Einrichtung neuer Physio- und Ergotherapie-Praxen, um seinen Auszubildenden Praktikumsstellen anbieten zu können. Trotz seiner Größe sieht der Unternehmer seinen Familienbetrieb als "Auslaufmodell". Auch auf dem Gesundheitssektor beobachtet er eine zunehmende Konzentration auf einige wenige Konzerne.
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