Dr. Wolfgang Laaths spricht bei "Leben mit Gott im Alltag" sehr offen über persönliche ...
Erschütternde Momente im Blick

"Wer glaubt, ist nie allein". Dr. Wolfgang Laaths (rechts) und Johannes Bauer (links) sangen das Papst-Lied. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
21.05.2015
15
0
"Die vergangene Stunde war für mich sehr belastend". Die emotionale Betroffenheit war dem ehemaligen Staatsanwalt und Richter Dr. Wolfgang Laaths deutlich anzumerken. Auf seine Eingangsfrage, ob denn der Glaube den Tod überwinden könne, gab der Vorsitzende des Hospizvereins am Ende eine klare Antwort.

Dr. Wolfgang Laaths kehrt an diesem Abend sein Innerstes nach außen und erzählt seine Lebensgeschichte. "Ich will authentisch bleiben", verspricht er den Zuhörern, die am Dienstag zur Veranstaltungsreihe "Leben mit Gott im Alltag" in die Spitalkirche gekommen sind.

Frühe Scheidung

Der kleine Wolfgang war gerademal zwei Jahre alt, als sich seine Eltern scheiden ließen. Seine Kindheit in Düsseldorf beschreibt der heute 71-jährige dennoch als "wunderschön". Er wuchs in einer Großfamilie mit Oma, Opa, Onkel und Mutter auf. Dann hat die Mutter wieder geheiratet. Die neue Familie wechselte mehrmals den Wohnsitz, so dass der Bub auf fünf verschiedene Gymnasien ging. 1963 Abitur, Studium, 68-er Studentenbewegung: Der angehende Jurist war mitten drin. Er verabschiedete sich von der katholischen Amtskirche, "aber nicht von meinem Glauben an Gott". Später trat Wolfgang Laaths wieder ein und singt seit mittlerweile 19 Jahren im Miesberg-Chor in Schwarzenfeld. Die Summe seiner Lebenserfahrungen habe ihn bestärkt, so der bekennende Christ, an Gott und an die Wiederauferstehung des Menschen zu glauben.

Erfahrungen hat der Jurist vor allem als Richter gemacht. Das ganze berufliche Leben habe er sich mit Konflikten anderer Menschen auseinandersetzen müssen. Laaths erinnert sich an "belastende und erschütternde Momente" in seiner Funktion als Betreuungsrichter und Streitschlichter. Diese persönliche Betroffenheit sei auch der Anlass gewesen, sich im Hospizverein zu engagieren.

Gewachsenes Vertrauen

Das irdische Ende eines Menschen hält er für etwas "ganz Individuelles". Dafür gebe es kein Patentrezept. Der ehrenamtliche Sterbebegleiter zeigt Verständnis für die Haltung des "tiefgläubigen Schweizer Theologen Hans Küng", der für sich persönlich aktive Sterbehilfe in Erwägung ziehe. "Wie kann ein liebender Gott zulassen, dass kleine Kinder oder Jugendliche sterben, Ehepaare in jungen Jahren auseinandergerissen werden oder ein geliebter Partner gehen muss?" Eine Antwort darauf kann Dr. Wolfgang Laaths nicht geben, dafür aber ein Stück Gottvertrauen, das im Laufe der Jahre in ihm gewachsen sei. Nicht zuletzt deshalb, weil er mit seinen verstorbenen Großeltern und seiner Mutter in einem spirituellen Gedankenaustausch stehe.

Der Chorsänger stellte sich zu Beginn an die Seite der beiden Musiker Günter Schmid und Johannes Bauer und sang mit ihnen das Papst-Lied: "Wer glaubt, ist nie allein".
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.