Ein Kämpfer setzt sich durch

Thorsten Altmann kommt in seinem Rollstuhl sehr gut allein zurecht. Sehr zur Freude von Agentur-Geschäftsführer Joachim Ossmann. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
04.12.2014
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Thorsten Altmann hat, was viele Menschen mit Handicap nicht haben: Einen festen Arbeitsplatz. Für den Chef der Arbeitsagentur Joachim Ossmann ist der 24-jährige ein gutes Beispiel für Inklusion. Aber nicht nur dafür.

Trotz seiner Behinderung führt Thorsten Altmann (24) aus Schwarzenfeld ein weitgehend selbstständiges Leben. Er fährt mit dem Auto alleine zur Arbeit und einmal in der Woche nach München zum Training. Der junge Mann spielt nämlich in der Rollstuhl-Rugby-Bundesliga und hat es in dieser Sportart sogar schon zum Nationalspieler gebracht.

Die Agentur für Arbeit hat dem gelernten Bürokaufmann eine unbefristete Stelle in der Abteilung "Leistungsgewährung" gegeben. Joachim Ossmann sieht in seinem "engagierten Mitarbeiter" das beste Beispiel dafür, "dass auch Menschen mit Behinderung trotz ihrer körperlichen Defizite vollwertige Arbeitskräfte sein können". Mit dieser Botschaft schickt der Agentur-Leiter derzeit seine Arbeitsvermittler hinaus in die Betriebe und will die Arbeitgeber für die Inklusion sensibilisieren.

Wer behinderte Menschen einstellt und in die Barrierefreiheit investiert, bekommt Geld von der Agentur und vom Integrationsamt. 810 schwerbehinderte Arbeitslose sind derzeit im Agenturbezirk registriert, 64 Prozent davon haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. "Dieses Potenzial müssen wir gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel nutzen", unterstreicht Geschäftsführer Joachim Ossmann.

Hürden genommen

Welche Hürden sich einem Rollstuhlfahrer in Schule und Beruf entgegenstellen, hat Thorsten Altmann leidvoll erfahren müssen. Seit einer Gehirnerkrankung wenige Wochen nach der Geburt ist er querschnittsgelähmt und leidet unter spastischen Lähmungen an den Händen. Doch der junge Mann ist ein Kämpfer. Er machte den Realschulabschluss und eine kaufmännische Lehre und arbeitete in verschiedenen Betrieben, ehe er eine Anstellung bei der Arbeitsagentur bekam.

In seiner Freizeit spielt Thorsten Altmann sehr erfolgreich Rollstuhl-Rugby und Rollstuhl-Basketball. Dank seiner Familie, die ihn tatkräftig unterstützt, kann er ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen. Er packt seinen Rollstuhl auf den Beifahrersitz und fährt mit seinem umgerüsteten Auto alleine los. An der Arbeitsstelle angekommen, parkt Thorsten Altmann seinen Wagen auf einem frei gehaltenen Stellplatz, richtet sich den Rollstuhl zurecht und gelangt über eine Rampe ins Haus. Ein Aufzug bringt ihn in den zweiten Stock zu seinem Büro.
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