Engel, die vom Himmel fallen

Lokales
Schwandorf
29.11.2014
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Kommerztrubel, Dauerberieselung, Einkaufsstress. Wo bleibt da Weihnachten? Die Sonntagsdichter machten sich am Donnerstag mit Prosa und Lyrik auf die Suche nach dem Ursprung des Fests.

Gut mit erwartungsvollem Publikum besetzt war die Spitalkirche zur Adventslesung der Sonntagsdichter. Unter dem Motto "Auf dem Weg nach Weihnachten" stand der ursprüngliche Sinn des Festes im Mittelpunkt. Ingeborg Baier, die Leiterin der Gemeinschaft, wies auf den Ursprung des Christentums hin, der im Weihnachtsfest versinnbildlicht und heute im Kommerztrubel vergessen werde.

Zu Beginn und am Schluss der Veranstaltung sangen die Anwesenden gemeinsam ein Adventslied und waren so in einer Gedankenwelt, die den "lieben Advent" als Verheißung ansieht und sich vorbereitet - deshalb "Macht hoch die Tür" - auf die Erlösung der Menschheit. Alfons Treu beschäftigte sich mit Stress und dessen Überwindung vor dem Fest in heutiger Zeit. In einem späteren Beitrag "is a Engerl vom Himml gfalln" und wird "Kindl im Schoß von Mama und Papa". Auch in seiner letzten Lesung stand die individuelle Begegnung mit dem "Christkind" im Mittelpunkt seines Erzählens.

Fritz Buchfink dagegen überlegte, warum der "Weg nach Weihnachten" heute manchmal so hektisch werden kann, als ob man meint, es gebe nach dem Fest nichts mehr zu kaufen. Und dann gibt es noch die Weihnachtsansprachen der Politiker, die von Frieden reden, während Waffenlieferungen weitergehen. Angela Göth rezitierte ihr Gedicht vom unbeschwerten Weihnachtsfest. Josef M. Mickisch trieb mit seiner Idee, der Weihnachtsmann könnte das Fest vielleicht an den Osterhasen verkaufen, den Kommerzgedanken in eine spezielle Ecke.

Gesine Jaehnert zweifelte die richtige Adventsstimmung an, solange anderswo Menschen in größter Not ihr Dasein fristen. Michael Kerl, der für die erkrankte Angelika Zuckschwert eingesprungen war, wies auf den Kaiser hin, der Weihnachten verschläft. Ingeborg Baier las ein Kindererlebnis an Weihnachten vor und stellte klar, dass die "Geburt des Gotteskindes, Sinnbild für das wahre Menschsein ist" . Und so tiefgründig ging es mit Geschichten und Gedichten weiter. Günter Schmid spielte zwischendurch auf seinem Akkordeon und gab den Gästen Zeit, die gerade gehörten Worte innerlich zu verarbeiten. So wurde es zum Erlebnis, sich dem verbindenden Motiv der vorgelesenen Prosa und Lyrik, nämlich dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes, in innerer Ruhe und Stille zu widmen.
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