Engpass-Syndrom und Sehnenschäden keine Bagatellen - Patientenforum im Krankenhaus St. Barbara
Schulterschmerzen immer ernst nehmen

Chefarzt Dr. Horst Schneider, Oberarzt MUDr. Jan Melichar und Leitender Oberarzt Nico Stirn (von links) beantworteten Fragen der über hundert Besucher zu schmerzenden und verletzten Schultern. Bild: hfz/Claudia Seitz
Lokales
Schwandorf
03.03.2015
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Wer Schulterschmerzen auf die leichte Schulter nimmt und den Besuch beim Facharzt hinausschiebt, riskiert, dass konservative Behandlungsmethoden wie Medikamente oder Krankengymnastik nicht mehr helfen. Oft würde dies dann laut MUDr. Jan Melichar, Oberarzt der Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin am Krankenhaus St. Barbara, in einem dauerhaften Funktionsverlust enden. Zusammen mit Chefarzt Dr. Horst Schneider informierte der Experte beim Patientenforum Schulter über degenerative Erkrankungen der Schulter wie die Kalkschulter oder die Arthrose des Schultergelenks.

Die Schulter wird bei jeder Bewegung beansprucht. Auf ein Menschenleben hochgerechnet, leiste das Schultergelenk bestehend aus Oberarmkopf und der kleinen Gelenkpfanne an der Seite des Schulterblatts ganze Arbeit, heißt es in der Pressemitteilung. Da blieben degenerative Erkrankungen - also Verschleißerscheinungen - des Gelenks in älteren Jahren nicht aus. Könne am Anfang der Erkrankung der Ursache noch mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten oder mit krankengymnastischen Übungen entgegen getreten werden, sei es in der Praxis dafür oft zu spät, berichtete MUDr. Melichar. "Viele Menschen nähmen Schulterschmerzen viel zu lange auf die leichte Schulter. Wenn sie dann irgendwann zum Arzt gehen, könne oft nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden.

Viel über Kopf

Zu den vier häufigsten degenerativen Erkrankungen der Schulter, die der Unfallchirurg und Orthopäde vorstellte, gehören das Impingement-Syndrom (Engpasssyndrom der Schulter), die Rotatorenmanschettenruptur, die sogenannte Kalkschulter und die Arthrose des Schultergelenks. Beim Impingement-Syndrom schwellen Sehnen und Muskeln in der Schulter bei einer Entzündung an. In den Sehnen könne sich bei ständiger Dauerbelastung zudem Kalk einlagern und sie könnten - ähnlich wie ein Seil - durch permanente Überanstrengung auffasern und letztendlich reißen.

Wer vom Schulterengpass betroffen sei, werde immer dann Schmerzen verspüren, wenn er versuche, den Arm hochzuheben oder über Kopf zu arbeiten. Von einem Riss der Rotatorenmanschetten seien Männer häufiger als Frauen betroffen. Dabei reiße ein Teil oder alle Sehnen, mit denen die Muskeln der Rotatorenmanschette am Oberarmkopf befestigt seien. Von einer Kalkschulter spricht der Arzt, wenn Kalk in den Sehnenansätzen der Rotatorenmanschette eingelagert ist. Diese Diagnose treffe überdurchschnittlich häufig Maler oder Stuckateure, die viel über Kopf arbeiteten. Nicht zuletzt könne sich eine Arthrose des Gelenks zwischen Schulterhöhe und Schlüsselbein oder zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne am Schulterblatt einstellen. Dieser Gelenkverschleiß schmerze den Betroffenen bei jeder Schulterbewegung.

Laute die Therapieempfehlung schließlich Operation, so werde diese am Krankenhaus St. Barbara in der Regel mit einem Schmerzkatheter vorgenommen. Dieser minimiere die Schmerzen, die ein Patient nach einer Operation verspüre, erheblich. Ausführlich wurde im beim Patientenforum gezeigt, wie üblicherweise eine Schulteroperation abläuft.
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