"Equal Pay Day" am 20. März - Lohnschere noch immer weit offen
Männer und Frauen sind quitt

Die Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster (links) und die Beauftragte für Chancengleichheit, Dorothea Seitz-Dobler, nutzen den "Equal Pay Day", um auf Lohnunterschiede aufmerksam zu machen. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
21.03.2015
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Die Lohnschere zwischen Frauen und Männer bleibt immer noch weit geöffnet, deshalb braucht es den "Equal Pay Day". Hintergrund des Aktionstags, der seit 2008 in Deutschland stattfindet, sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen. Diese liegen in Deutschland seit Jahren nahezu unverändert bei insgesamt 22 Prozent.

Der 20. März markierte symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um das gleiche Gehalt zu erzielen, das ein Mann schon am 31. Dezember des Vorjahres hatte. Das heißt, dass eine Frau etwa 15 Monate arbeiten muss, um das Jahresgehalt eines Mannes zu verdienen. Umgerechnet ergeben sich daraus 79 Tage. Das Datum war der vergangene Mittwoch.

Diesen beachtlichen Lohnunterschied nahmen die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Dorothea Seitz-Dobler und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass Frauen häufiger in Branchen arbeiten, in denen das Lohnniveau niedriger ist. "Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer", führt Seitz-Dobler als weiteren Aspekt aus.

Helga Forster benennt als wesentlichen Grund der Entgeltungleichheit, dass bestehende Rollenbilder die Aufgabenverteilung und das Berufswahlverhalten beeinflussen. Noch immer seien Berufe, die als Frauenberufe gelten oder die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, schlecht bezahlt. Auch dass viele Frauen in sogenannten Minijobs arbeiteten, verschärfe die Problematik, betont die Gleichstellungsbeauftragte.

Weniger Kaufkraft

Ziel des Aktionstags ist es, zu sensibilisieren und zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt. Die schlechtere Bezahlung von Dienstleistungsberufen - dazu gehören die Gesundheitsberufe - macht ein Fünftel der Lohnlücke aus. Das niedrigere Niveau wirkt sich auch auf die Rente von Frauen aus. Altersarmut ist weiblich, belastet die Sozialkassen. Weniger Verdienst und Rente schwächen die Nachfrage durch die eingeschränkte Kaufkraft von Frauen.
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