Ettmannsdorf der Knackpunkt

Sie bilden das "Trassenuntersuchungsteam", das in drei Workshops die bestmögliche Trassenführung für den "Ostbayernring" finden will. Das Bild zeigt von links: Ina Haffke, Anita Schmid, Elisabeth Beckendorf, Georg Füßl, Johann Höfler, Christian Händl, Peter Fink, Christian Möller und OB Andreas Feller. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
18.01.2015
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Das Trassenuntersuchungsteam für den Ostbayernring steht. Die Gruppe geht bei mehreren Treffen auf Lösungssuche für das Nadelöhr Flutmulde.

25 Anwohner hatten sich um einen Platz im "Trassenuntersuchungsteam" (TUT) des Netzbetreibers Tennet beworben. Sieben von ihnen ermittelte Oberbürgermeister Andreas Feller bei der Tagung der Bürgerwerkstatt am Samstag im Piusheim per Losentscheid .

Georg Füßl, Elisabeth Beckendorf, Johann Höfler, Anita Schmid, Christian Händl, Peter Fink und Martin Viehauser werden sich am kommenden Wochenende und an zwei weiteren Terminen im März treffen, um gemeinsam mit den Tennet-Vertretern Andreas Herath, Christian Möller und Ina Haffke die bestmögliche Trassenführung für den "Ostbayernring" zu finden. Die Lösung stellen sie am 18. April in einer öffentlichen Versammlung vor.

Über 30 Vorschläge

Zur Auftaktveranstaltung am Freitagabend kamen über 100 Zuhörer (wir berichteten), an der ganztägigen "Bürgerwerkstatt" am Samstag beteiligten sich rund 50 Leute. Sie brachten über 30 Vorschläge, Anregungen und Hinweise in den Workshop ein, die Projektleiter Andreas Herath in seine Planungsunterlagen mit aufnahm. Er erfuhr, dass unter der Deponie in Haselbach einst ein Braunkohleabbaugebiet war, in Charlottenhof ein Flugplatz liegt und im geplanten Trassenkorridor seltene Tier- und Pflanzenarten sowie alte Bodendenkmäler vorkommen. All die Anregungen will das Planungsteam soweit wie möglich berücksichtigen, ehe das Bauordnungsverfahren, die Planfeststellung und die Suche nach den Standorten für die Masten beginnen können.

Andreas Herath rechnet 2018 mit dem Baubeginn und 2020 mit der Inbetriebnahme. Er geht von 1,4 Millionen Euro Kosten pro Kilometer aus. Der Ersatzneubau parallel zur bestehenden Trasse ist 185 Kilometer lang und führt vom oberfränkischen Redwitz ins Umspannwerk Schwandorf-Dachelhofen.

Der Ostbayernring soll auf Schwandorfer Gebiet über Irlaching, Krondorf und Ettmannsdorf in Richtung Umspannwerk südlich des ehemaligen Bayernwerksgeländes führen. Die bestehende Leitung könne in Zukunft die eingespeiste Menge an Energie aus regenerativen Quellen nicht mehr aufnehmen, begründete Projektleiter Andreas Herath die Baumaßnahme. Deshalb soll parallel zur bestehenden Trasse eine neue, leistungsfähigere Leitung entstehen. Der Parallelbau bereitet auf weiten Strecken keine Probleme.

Verträglich und realisierbar

Neuralgische Punkte bestehen in Marktleugast (Landkreis Kulmbach), Windischeschenbach (Landkreis Neustadt/WN) und eben in Schwandorf. Am meisten Probleme bereitet das Nadelöhr bei Ettmannsdorf, zumal durch die Flutmulde eine mögliche Erdverkabelung nicht in Frage kommt. "Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage", begegnete Andreas Herath entsprechenden Bürgervorschlägen. Er erhofft sich von der Bürgerbeteiligung "verträgliche Lösungen", die sich dann auch realisieren ließen.
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