Etwas mehr Tango

Ariana Burstein (Violoncello, rechts) und Roberto Legnani (Gitarre) gastierten am Donnerstag in der Spitalkirche. Bild: tie
Lokales
Schwandorf
21.11.2014
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Packende Rhythmen, beseelende Melodien: Das Duo "Burstein & Legnani" vermittelte am Donnerstag in der Spitalkirche fesselnde Musik aus Irland, Spanien und Lateinamerika.

Sie sind beide offenbar gerne in Schwandorf. Am Ende einer großangelegten Konzerttournee erkannten Ariana Burstein (Violoncello) und Roberto Legnani (Gitarre), dass ihre Heimreise über Schwandorf führen würde. So entschlossen sie sich, hier noch ein zusätzliches Konzert zu geben. Vom ersten Moment an entführen sie mit ihrer Musikauswahl die Zuhörer in der Spitalkirche in ihre musikalische Welt.

Man staunt jedes Mal über die Intensität, mit der sie die vorgetragenen Werke zu Gehör bringen. Zu ergänzen ist dabei, dass diese "Werke" oft nur aus ein Paar Takten einstimmiger Melodie bestehen und die beiden Musiker dann erst ein packendes Musikstück aus besagter Vorlage arrangieren. So sind etwa die vier Musiknummern aus "Tir Na Nóg" zu verstehen, die spezielle Momente keltischen Lebens musikalisch vertiefen. Sie werden zum besonderen Erlebnis, weil in ihnen das Cello berückende Melodien vorträgt, die die Gitarre mit einfühlsam gestalteten Akkorden und Läufen begleitet.

Im nächsten Stück ist es umgekehrt: Hier zeigt der Gitarrist, wie sehr er auf seinem Instrument eine Melodie gestalten kann, und die Cellistin begleitet ihn mit bedeutsamen Pizzikato-Tönen. Auch Forte-Ausbrüche der Gitarre oder des Cellos passen in die beabsichtigte vielseitige Darstellung der musikalischen Aussagen nahtlos hinein. Es folgt das berühmte "Adagio" von Tomaso Albinoni, das auch in der Duo-Fassung mitreißende Wirkung zeigt, weil es höchst angemessen seine Melodien wie seine rezitativischen Überleitungen entfalten kann. Vielseitig auch die Facetten des Ausdrucks in "Carolan's Concerto", in dem Roberto Legnani vier Melodien, die der irische Komponist Turlough O'Carolan ihm nahe stehenden Personen widmete, zu ganzen Musiksätzen erweitert hat.

Nach der Pause ein weiteres berühmtes Stück der Musikliteratur: "Asturias" von Isaac Albéniz, eigentlich für Gitarre solo, aber auch in der Fassung für ein zusätzliches Streichinstrument sehr hörenswert. Noch dazu, wenn es so empfindsam gespielt wird, wie von Ariana Burstein und Roberto Legnani. Dem berühmten Duo Stéphane Grappelli (Violine) und Django Reinhardt (Gitarre) waren zwei weitere Stücke gewidmet. Auch mit Cello klingen "Hot Club de France" und "Le Chat de Paris" authentisch. Dann lateinamerikanische und spanische Rhythmen. Zuerst vier Episoden aus "Nächte in Buenos Aires". Ob es um neues Leben geht oder die Mitternacht musikalisch erscheint oder andere Momente verewigt werden, immer gaben die beiden Musiker eine in sich glaubhafte Darstellung vor

. Andalusische Musik bildete den Schlusspunkt des Abends. Engagiert werden " Romanza y Farruca" erst melodisch, dann scharf rhythmisch dargestellt. Eine Zugabe folgte "Un poco más de tango", also "etwas mehr Tango" erwarben sich die beiden Interpreten durch ihre Ausarbeitung einer argentinischen Melodie.

Den ganzen Abend faszinierten beide durch ihre nahtlos aufeinander eingespielte Musikdarstellung. Umso bedauerlicher, dass nur die vorderen Reihen der Spitalkirche gefüllt waren. Diese Veranstaltung hätte wirklich mehr Zuhörer verdient.
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