Fachtagung im Landratsamt - Wichtigkeit dieses Themas bekräftigt
Barrierefrei als Grundprinzip

Nutzten zur Fachtagung den barrierefreien Aufgang zum Landratsamt (von links): Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Architekt Markus Donhauser, Behindertenbeauftragte Helga Forster, OB Andreas Feller, Bündnis-Mitglied Erhard Sailer und Seniorenbeauftragte Evi Seitz. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
08.11.2014
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Die Barrierefreiheit "aus der Ecke" herauszuholen und beim Bauen und Sanieren zum Grundprinzip zu machen, hat sich Markus Donhauser zum Ziel gesetzt. Der Vertreter der Beratungsstelle "Barrierefreies Bauen" der Bayerischen Architektenkammer betonte bei einer Fachtagung für Planer und kommunale Mitarbeiter am Mittwoch im Sitzungssaal des Landratsamtes: "Wir sollten bei jeder Planung die Barrierefreiheit mit im Blick haben".

Der Regensburger Architekt sieht im Bemühen, Hindernisse in der Wohnung zu beseitigen oder erst gar nicht entstehen zu lassen, nicht nur eine Herausforderung, "sondern auch eine Chance für eine schöne Wohngestaltung". Barrierefreiheit sei für alle komfortabel, nicht nur für Behinderte oder ältere Menschen. 4000 barrierefreie Wohnungen fehlen im Landkreis Schwandorf. Die Leiterin der Seniorenfachstelle am Landratsamt, Evi Seitz, stützt sich bei ihren Angaben an eine bundesweite Studie und eine Umfrage ihrer Fachstelle. Sie habe ergeben, "dass vielen Senioren die Treppen, Schwellen, Türen und Barrieren im Bad zu schaffen machen".

Gleiche Wertigkeit

Auch Sabina Sommerer und Siegfried Knipl vom Schwandorfer Architekturzirkel wollen "den Blick weg lenken vom Rollstuhlfahrer" und komfortables Wohnen für alle zum Planungsprinzip erheben. Barrierefreiheit müsse die gleiche Wertigkeit bekommen wie etwa der Brandschutz oder die Sicherheit. Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl erinnerte an das ambitionierte Ziel der Staatsregierung, Bayern in zehn Jahren barrierefrei zu machen. Der Landkreis gehe dabei mit gutem Beispiel voran und rüste seine Schulen und öffentlichen Gebäude nach. OB Andreas Feller machen allerdings "die enormen Kosten" Sorgen, "die auf die Kommunen zukommen werden".

Ausrichter der Fachtagung "Barrierefreie Stadt- und Wohnraumplanung" mit drei Vorträgen war das "Lokale Bündnis für Familien im Landkreis". Sprecherin Helga Forster ist zugleich auch Landkreisbeauftragte für Menschen mit Behinderung. Sie erwartet sich von der Veranstaltung Auswirkungen auf die künftigen Planungen. Barrierefreiheit dürfe nicht nur ein Thema für Behinderte und Senioren sein, so Forster, denn auch Mütter mit Kinderwägen seien froh, "wenn sie auf möglichst wenig Hindernisse stoßen".
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