Fahndungscomputer vergisst nichts - 42-Jähriger muss Strafbefehl wegen eines Diebstahls im Jahr ...
Nach neun Jahren die Rechnung präsentiert

Lokales
Schwandorf
05.11.2015
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Er war lange Zeit fort aus Deutschland, kam aus Ägypten und wurde am Münchener Flughafen kontrolliert. Dabei staunten sowohl die Uniformierten als auch der 42-Jährige aus dem südlichen Kreis Schwandorf: Gegen den Mann bestand eine sogenannte Aufenthaltsermittlung der Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2006.

Rasch war herausgefunden, weshalb die Justiz den 42-Jährigen suchte. Er war vor knapp einem Jahrzehnt als Dieb ertappt worden und hatte sich deshalb einen von der Ermittlungsbehörde beantragten und vom Richter unterzeichneten Strafbefehl eingehandelt. Danach hätte der Oberpfälzer ein paar Hundert Euro an die Staatskasse zahlen sollen. Doch das Geld kam nicht.

Als anschließend Maßnahmen zur Beitreibung des Betrags eingeleitet wurden, stellte sich heraus: Der 42-Jährige hatte unterdessen seine Heimat verlassen und war nach Thailand gegangen. Dort verlor sich seine Spur. Doch wer Strafen nicht zahlt, kommt in den Computer - und der vergisst nichts. Also lautete die amtliche Order: "Beim Auftauchen des Gesuchten umgehend Nachricht an die Staatsanwaltschaft Amberg."

Über neun Jahre blieb die sogenannte Fahndungsnotierung in den PCs der Behörden. 2016 wäre sie verjährt gewesen. Doch nun, geschehen vor einigen Monaten, war der 42-Jährige plötzlich wieder in Deutschland. Also konfrontierte man ihn mit dem von ihm offenbar längst vergessenen Strafbefehl und wollte Bargeld sehen. Doch der Mann aus dem Kreis Schwandorf legte Widerspruch ein.

Die Justiz tat, was sie in solchen Fällen tun muss. Sie beraumte eine Verhandlung beim Schwandorfer Amtsgericht an, um die Begebenheit aus dem Jahr 2006 zu klären. Das hätte die Richterin Petra Froschauer dann auch gemacht, obgleich dies womöglich schwer geworden wäre. Doch als der Prozess beginnen sollte, fehlte der Angeklagte. Die Vorsitzende wartete eine Viertelstunde. Dann verwarf sie den Einspruch, der damit rechtskräftig wurde. Die Folge: Jetzt muss der Beschuldigte endgültig zahlen. Ob er das tut, steht in den Sternen. Womöglich ist er ja längst wieder irgendwo in fernen Ländern.
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