Faire Flecken schmecken süß

Alfred Damm, Geoconda Mendieta, William Justavino, Anne Schleicher und Arien Rathmann (von links) werben für "fairen Handel".
Lokales
Schwandorf
26.09.2015
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Die Bananen, die William Justavino mitgebracht hatte, würde kein Supermarkt in die Regale legen. "Braune Flecken auf der Schale mögen die Kunden nicht", sagt Wolfgang Nowak. Bei ihm im Fronberger "Eine-Welt-Laden" sind sie dagegen "ein Qualitätsmerkmal und Zeichen für besonders guten Geschmack".

Nowak hat seine Abnehmer und verkauft zwölf Kisten im Monat. Die Ware bezieht Wolfgang Nowak aus Ecuador, dem Herkunftsland von William Justavino (39) und Geoconda Mendieta (40). Die beiden Vertreter der Agrargenossenschaft "Urocal" sind momentan auf Deutschlandtournee und wollen neue Märkte erschließen. Sie gehören einem Zusammenschluss von 600 Kleinbauern im Süden Ecuadors an und bringen die Bananen über die Vertriebsgesellschaft "Banafair" in den Export. Für 8,20 Dollar die Kiste.

Kilo für 2,40 Euro

Wolfgang Nowak verkauft das Kilo in seinem "Eine-Welt-Laden" für 2,40 Euro. Im Supermarkt bekommt man die gleiche Menge für 77 Cent. Allerdings nicht aus dem "fairen Handel". Der beschränkt sich derzeit noch auf ein paar wenige Bio- und Eine-Welt-Läden. "Wir werben für einen fairen Handel und mehr Transparenz", sagt Alfred Damm. Der Sprecher der Steuerungsgruppe in der Fair-Trade-Stadt Schwandorf ermuntert die Verbraucher zum Umdenken. "Die Bauern in den Entwicklungsländern sollen auch menschenwürdig leben können". Dass die Bananen mit den braunen Flecken besser schmecken als die leuchtend gelben aus dem Supermarkt, davon konnten sich am Mittwoch die Besucher des Dokumentarfilms "Krumm, gelb und fair" im alten Metropolkino überzeugen. Sie durften nämlich kostenlos probieren und vergleichen. Es sind "Fair-Trade-Wochen" in Schwandorf. Dazu passten der Besuch von Bananen-Produzenten aus Ecuador und der Zwickl-Dokumentarfilm. Nach dem Kurzfilm kamen die Gäste aus Südamerika mit den Zuschauern ins Gespräch.

Ökologischer Landbau

Die erfuhren, dass die Bananen aus Ecuador fünf bis sechs Wochen unterwegs sind, ehe sie in den Regalen der Bio-und Eine-Welt-Läden landen. Zeit genug, um zu reifen und die braunen Schalenflecken als Zeichen für süßen Geschmack anzunehmen. Vor einem Jahr hat Schwandorf den Titel "Fair-Trade-Stadt" erhalten. Anlässlich der Fair-Trade-Woche empfing Oberbürgermeister Andreas Feller am Mittwoch die beiden Bananenproduzenten aus Ecuador. "Das Geld soll auch wirklich bei den Erzeugern ankommen", begründete Feller seinen Einsatz für fairen Handel. Die Bananenproduzenten Geoconda Mendieta und William Justavino bauen ihre Produkte nach den Kriterien des ökologischen Landbaus an und verzichten auf den Einsatz von chemischem Dünger. Für den Sprecher der Steuerungsgruppe, Alfred Damm, schaffe aber fairer Handel Transparenz. Er sieht noch großes Potenzial, den Pro-Kopf-Verbrauch an Fair-Trade-Lebensmitteln zu erhöhen.
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