Fastenzeit als Aufforderung, sich über einiges klar zu werden - Wenn schon abnehmen, dann mit ...
Geistig und körperlich entschlacken

Das Glas Wasser und das trockene Stück Brot sind seit jeher Symbole für den Verzicht - ob nun erzwungen oder freiwillig. In einer Umfrage zum Thema Fastenzeit haben sich nun Landrat Thomas Ebeling, Pfarrer der beiden großen Konfessionen, ein Apotheker und ein Fitnesstrainer zum Thema Fastenzeit Gedanken gemacht. Bild: dpa
Lokales
Schwandorf
18.02.2015
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Heute beginnt die christliche Fastenzeit. Für manche ist das eine Zeit der Bewährung, für andere keinen weiteren Gedanken wert. Dabei muss "Fasten" schon lange nicht mehr bedeuten, auf das Essen zu verzichten. Man kann, auch mit dem Segen der Kirche, ganz anders "fasten".

Erstaunlicherweise ist das Fasten laut einer aktuellen Umfrage in Bayern am beliebtesten. Das heißt natürlich nicht, dass echte Bayern sofort um Schweinebraten und Weißwürste einen Bogen machen, kaum dass der Faschingsdienstag vorbei ist. "Ich halte es gar nicht mit dem Thema Fasten", gesteht Landrat Thomas Ebeling (Maxhütte-Haidhof), der in der Fastenzeit "noch nie etwas Besonderes gemacht" hat. Selbstverständlich mache er "auch nicht das Gegenteil". Seine Dauerdevise lautet: "Ich bin gehalten, Maß zu halten."

Ein echter Bayer ist auch Michael Hoch (Fensterbach), der seit 2009 als Pfarrer in der Pfarrgemeinde Dürnsricht-Wolfring tätig ist und als Dekan des Dekanats Nabburg fungiert. Für ihn ist klar: "Die Zeit vor Ostern will uns nicht helfen, weniger Pfunde auf die Waage zu bringen, um für den Sommer fit zu sein." Für den Dekan heißt Fastenzeit: "Mein Leben und mein Denken auf den Prüfstand stellen. Wie lebe ich? Bin ich ein solidarischer Mensch? Worauf kann ich verzichten zugunsten von notleidenden Menschen?" Die Fastenzeit rege vor allem an, nachzudenken, "wie und wer ich bin und sein will" und sich innerlich neu ausrichten, "damit ich mein Christ-Sein wieder mehr lebe".

"Sieben Wochen ohne"

Auf evangelischer Seite gibt es seit einigen Jahren eine beliebte Fastenaktion mit dem Titel "Sieben Wochen ohne". Ohne - das kann viel bedeuten. In diesem Jahr meint es, die Zeit bis Ostern "ohne Runtermachen" zu verbringen. In diese Richtung zielt auch das Motto der Aktion, das heuer lautet: "Du bist schön". Nicht nur Pfarrer Georg Hartlehnert (Wernberg-Köblitz) hat den zugehörigen Fastenkalender bei sich zu Hause hängen. Für ihn ist die Fastenzeit im engeren Sinn die "Vorbereitungszeit auf die Osterfeiertag, so wie die Adventszeit auf Weihnachten vorbereitet". Auch sein Schwandorfer Kollege Arne Langbein betont, "das Verzichten auf Genussmittel geht mir nicht tief genug". Für ihn bedeutet Fastenzeit, zu überlegen, was für das Leben wirklich wichtig ist.
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