Feller wechselt an Lehrerpult

Oberbürgermeister Andreas Feller (Vierter von links) tauschte mit Lehrerin Rebecca Juraske (neben ihm) die Rollen und hielt für die jugendlichen Asylbewerber eine Unterrichtsstunde. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
17.11.2015
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Rebecca Juraske hat Deutsch und Latein studiert, eine Zusatzausbildung für "Deutsch als Zweitsprache" gemacht und unterrichtet jetzt an der beruflichen Förderschule St . Marien eine Klasse mit jugendlichen Flüchtlingen. Der Oberbürgermeister tauschte nun mit ihre die Rollen.

Am Montag bekam Juraske Besuch Andreas Feller, der sich als Lehrer versuchte. Die Jugendlichen stammen aus Albanien, Afghanistan, Nigeria und Eritrea. Ihnen erklärte der Oberbürgermeister das System der Selbstverwaltung und wollte dann von den Schülern wissen, wie es ihnen in Schwandorf gefällt. "So lala, es könnte mehr los sein", scherzte ein junger Mann in gutem Deutsch. Lehrerin Rebecca Juraske ist selbst erstaunt, "wie viel die Jugendlichen seit September schon gelernt haben".

Günstiger Personalschlüssel

Vormittags ist Deutschunterricht, nachmittags bereiten sich die Schüler auf eine Berufsausbildung vor. Der Leiter am "Haus des Guten Hirten", Otto Storbeck, fragte die Jugendlichen nach ihren Berufswünschen: Schreiner, Maler, Friseur, Gärtner, Kfz-Mechaniker, Elektriker. "Fast alles Berufsfelder, die auch in unserem Haus angeboten werden", stellte der Einrichtungsleiter fest. Otto Storbeck wies auf den günstigen Personalschlüssel bei der Betreuung der unbegleiteten Asylbewerber hin. Auf zwei Jugendliche käme ein Betreuer. Derzeit sind im Haus des Guten Hirten 30 Mädchen und Jungen untergebracht.

"Im Haushalt mithelfen"

Storbeck macht ihnen klar, "dass sie jetzt in einem anderen Kulturkreis leben". Da müssen auch "die Männer im Haushalt mithelfen". Das falle den Burschen aus den arabischen Staaten schwer. Erst vor wenigen Monaten hat die Katholische Jugendfürsorge, Träger der sozialen Einrichtung in Ettmannsdorf, eine heilpädagogische Tagesstätte für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf eröffnet. "Der Bedarf ist so groß, dass wie demnächst eine zweite eröffnen müssen", verriet Otto Storbeck dem Oberbürgermeister.
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