Flucht vor Krieg und Bomben

Lokales
Schwandorf
27.01.2015
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"Gut, dass wir hierhergekommen sind". Das sollen die Asylbewerber und Flüchtlinge in ein paar Jahren sagen können. Zumindest ist dies der Wunsch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Franz Schindler, den er beim Neujahrsempfang seiner Partei am Sonntagabend in der Spitalkirche äußerte.

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Bezirksvorsitzende blickte 75 Jahre zurück. Damals mussten deutsche Staatsbürger wegen ihrer politischen oder religiösen Einstellung in die Schweiz, die USA oder nach Skandinavien fliehen. "Heute dürfen wir unsererseits stolz sein, dass Deutschland das Zielland für Flüchtlinge geworden ist", betonte Franz Schindler in seiner Ansprache. Nun gelte es, die Hoffnungen der Neuankömmlinge zu erfüllen.

Sein Dank galt den vielen Organisationen und Einzelpersonen für die Betreuung der Familien aus Syrien, Somalia und Eritrea. Stellvertretend nannte Franz Schindler Wolfgang Nowak aus Fronberg, den Templer-Orden, die Caritas, das Rote Kreuz, die Schwandorfer Tafel, die kirchlichen Verbände, die Arbeiterwohlfahrt und die vielen Schulen, die sich engagierten.

Mit Leben erfüllen

Am 17. April 1945 sei Schwandorf bombardiert worden, so der SPD-Politiker. Wer von den damaligen Zeitzeugen noch am Leben sei und sich daran erinnere, könne nachempfinden, "was es heißt, ausgebombt zu werden". Deshalb sei es "unsere Pflicht und Schuldigkeit", den heutigen Flüchtlingen zu zeigen, "dass ihr Entschluss, nach Deutschland zu gehen, keine Fehlentscheidung war". In diesem Sinne äußerte sich auch SPD-Stadtverbandsvorsitzender Andreas Weinmann: "Wir möchten die Willkommenskultur mit Leben erfüllen". Die SPD wolle sich mit den ehrenamtlichen Helfern solidarisch erklären. Deshalb hatte die Partei zum Empfang nicht nur die Vertreter der Hilfsorganisationen, sondern auch die hier lebenden Asylbewerber und Flüchtlinge eingeladen. MdB Marianne Schieder lobte denn auch das Engagement in der Kreisstadt und sagte: "Schwandorf geht bei der Betreuung der Flüchtlinge und Asylbewerber mit gutem Beispiel voran".

Tanz und Musik

Über den Tanz und die Musik suchte die SPD an diesem Abend den Kontakt zu den ausländischen Gästen. Das Duo Corinna Böhm und Andreas Januschke unterhielt die Gäste mit populärer Musik, während die beiden Trachtenvereine "Stamm" und "D'Nabtaler" alte Tanz- und Schuhplattl-Tradition aufleben ließen. Begleitet vom Musiker Albert Urban aus Wackersdorf. Um die Bewirtung kümmerten sich die Mädchen der Schulfirma der Kreuzbergschule. Sie hatten die Häppchen ganz nach dem Geschmack der ausländischen Gäste zubereitet. Für die Kinder gab es Schokolade aus dem "Eine-Welt-Laden" in Fronberg.
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