Flüchtlingssituation "gut im Griff"

Landrat Thomas Ebeling und Vertreter der Regierung der Oberpfalz gaben Auskunft über die Flüchtlingssituation im Landkreis und konnten die Bevölkerung beruhigen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
07.11.2015
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In die Meiller-Halle im Schwandorf Stadtsüden und das Buchbinder-Gebäude in der Egelsee-Straße ziehen bald Flüchtlinge ein. Unterschiedliche Meinungen dazu prallten bei der Bürgerversammlung in der Oberpfalzhalle aufeinander. Die positiven Signale überwogen aber.

Die Flüchtlinge über den Winter in der Meiller-Halle unterzubringen, hält Landrat Thomas Ebeling für "eine gute Lösung". Bis zu 500 Asylbewerber finden dort Platz. Auch die Gesamtsituation im Landkreis ist für den Landrat überschaubar: "Die logistische Abwicklung zur Versorgung der aktuell 1550 Flüchtlinge haben wir gut im Griff". Die Verwaltung mache sich auch schon Gedanken "über die Zeit danach". Der Landrat: "Da kann ich Entwarnung geben, das wird nicht dramatisch".

Umbau läuft

Im früheren Autohaus Wollenschläger baut die Inhaberfirma Buchbinder bereits um - obwohl die Stadt noch keine Genehmigung für eine Gemeinschaftsunterkunft gegeben hat . Dort sollen bis zu 150 Leute unterkommen. Der Sachgebietsleiter "Bauordnung" der Stadt Schwandorf, Maximilian Fritsch, erwartet erst noch Nachweise zum Brandschutz. Ludwig Scheuerer von der Regierung der Oberpfalz warnte Investoren vor voreiligen Baumaßnahmen: "Da ist in der Vergangenheit schon viel Geld in den Sand gesetzt worden". Der Vertreter des Sachgebiets "Flüchtlingsbetreuung und Integration" appellierte an die Bevölkerung, die ehrenamtliche Hilfe nicht "madig" zu reden, sondern die Integration zu unterstützen. So wie in der Gemeinschaftsunterkunft Dachelhofen, "wo die Leute kommen und helfen".

Ängste zu schüren, sei für Ludwig Scheuerer unverantwortlich: "Hier kommen keine Monster, sondern Flüchtlinge, die gezeichnet sind vom Krieg in ihrer Heimat". Der Landkreis betreue aktuell 233 Personen mehr, als er nach dem Verteilungsschlüssel eigentlich aufnehmen müsste. Die Regierung der Oberpfalz will im nächsten Jahr die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften verdoppeln und dafür die 126 dezentralen Standorte reduzieren, um Kosten zu sparen.

"Der Landkreis kann sich noch nicht zurücklehnen", gab Michael Iglhaut zu verstehen. Der Regierungsvertreter erwartete im nächsten Jahr einen weiteren Zustrom und sah auf den Landkreis vor allem in der Nachfolgeunterbringung viel Arbeit zukommen. "Da werden wir unser Personal aufstocken müssen", war sich Landrat Ebeling bewusst. Die "Schwandorfer Tafel" versorgt momentan 651 Haushalte mit Lebensmitteln, davon 322 Flüchtlingsfamilien. "Sind sie auch berechtigt?" lautete eine Frage aus der Versammlung. Ludwig Scheuerer war sich nicht sicher. Gero Utz von der Tafel-Trägergemeinschaft betonte aber: "Es steht jeder Tafel frei, an wen sie Berechtigungsscheine ausgibt". Bei den Flüchtlingen handle es sich um in Not geratene Menschen, "denen wir helfen müssen". (Innenteil)
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