Forderung lautet "10-H"

Markus Viehauser (Vierter von links) übergab die Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Andreas Feller (vorne Mitte) und Stadtplanerin Albina Harito (Zweite von rechts). Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
20.02.2015
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Die Windrad-Pläne im Stadtteil Neukirchen haben einen weiteren Dämpfer erhalten. 451 Anlieger fordern mit ihrer Unterschrift das Einhalten der "10-H-Regelung".

(ch/nt) Am Aschermittwoch erhielt Oberbürgermeister Andreas Feller Besuch in seinem Amtszimmer. Eine neunköpfige Abordnung der "Interessensgemeinschaft zur Einhaltung der ,10-H-Regelung' für die geplanten Windkraftanlagen westlich und südwestlich des Ortsteiles Neukirchen" übergab ihm und Stadtplanerin Albina Harito eine Liste mit 451 Unterschriften. Die Bürger fordern, den Mindestabstand zur Wohnbebauung von zehn Mal die Höhe einer Windkraftanlage einzuhalten.

"Massive Eingriffe"

Sprecher Markus Viehauser wies laut Pressemitteilung der Stadt darauf hin, dass sich der ganz überwiegende Teil der Neukirchner Bevölkerung deutlich gegen einen Bebauungsplan mit geringeren Abstandsflächen ausspreche und dies durch die vorliegende Unterschriftenliste auch dokumentiert werde.

Durch die von der Betreiberfirma "Tevaro" geplanten Anlagen seien gesundheitliche Beeinträchtigungen und massive Eingriffe in die vorhandene Ökologie zu befürchten. Kein Verständnis, so Viehauser, habe die betroffene Bevölkerung für den Antrag der ÖDP-Stadträte, mit dem ein Ratsbegehren beantragt werde, um die 10-H-Abstandsfläche im Stadtgebiet zu unterschreiten. Dies sei nach Auffassung der Interessensgemeinschaft "ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Anwohner". Das Thema könne nicht über einen Bürgerentscheid geregelt werden.

Oberbürgermeister Andreas Feller nahm die Liste entgegen und stellte klar, dass er die Bedenken der Neukirchner Bürger ernst nehme und sicherte eine Beratung des Themas in der nächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses zu, die am 4. März stattfinden wird. In einem Bebauungsplanverfahren seien die Erfordernisse der Energiewende und die zu berücksichtigenden Belange der örtlichen Wohnbevölkerung sachgerecht abzuwägen. Der ÖDP-Antrag auf ein Ratsbegehren werde rechtlich überprüft und dem Stadtrat zur Behandlung vorgelegt.

Kaum Chancen

"Tevaro" hatte seine Pläne im Stadtrat und anschließende bei einer öffentlichen Veranstaltung im Gasthaus "Schärl" vorgestellt. Etliche Anlieger äußerten teils vehement ihre Besorgnis, vor allem wegen der möglichen Belastung mit Infraschall. Die geplanten Anlagenstandorte im Wald westlich oberhalb des Stadtteils halten den zehnfachen Abstand zur Wohnbebauung kaum ein. Der Tevaro-Vertreter hatte geäußert, dass unter Berücksichtigung der "10-H-Regelung" der Windpark kaum verwirklicht werden könne.

Die Fläche ist nach bisherigem Stand der einzig mögliche Standort für Windenergieanlagen im Schwandorfer Stadtgebiet. Ein offizieller Antrag der Tevaro lag bislang noch nicht vor, die Stadträte wurden über das Vorhaben nur informiert. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt.
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