Franz Spichtinger: Glaube als Impulsgeber für die Gesellschaft in Europa - Gemeinschaftsgefühl ...
Christliche Wurzeln als Dialog-Grundlage

Franz Spichtinger sprach bei den KAB-Senioren über die Zukunft eines christlichen Europas. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.05.2015
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"Die christlichen Wurzeln in Europa sind nicht vertrocknet", glaubt Franz Spichtinger. Der frühere Diözesanratsvorsitzende der KAB sprach im Pfarrheim Fronberg zum Thema "Über Gott reden" und war dabei der Überzeugung: "Christliche Wurzeln liefern die geistige und moralische Grundlage für Europa, damit dieser Kontinent in einen sinnvollen Dialog mit den Menschen untereinander und anderen Kulturen und Ländern treten kann".

Der Referent legte ein klares Bekenntnis zur EU ab und betonte: "Trotz aller Kritik an einzelnen Problemfeldern gibt es keine Alternative zur europäischen Integration ". Franz Spichtinger zitierte die letzten Päpste, die immer wieder eine Rückbesinnung Europas auf seine christlichen Fundamente anmahnten. Das europäische Verständnis von Gerechtigkeit, Freiheit, sozialer Verantwortung sei vom christlichen Erbe geprägt.

"Das Christentum hat eine Vielfalt sozialer Impulse in das gesellschaftliche und politische Leben der Europäer eingebracht", betonte der pensionierte Rektor aus Wernberg-Köblitz. Wer nach Gott frage, müsse sich zunächst um den Nächsten kümmern, allen voran um Flüchtlinge, Hungernde, in Armut Lebende, Obdachlose. Dies geschehe auch in vielfältiger Form.

Kulturelle Krise

Franz Spichtinger hält Europa trotzdem für "krank", verliere es doch immer mehr seine Spiritualität und seine christliche Identität. In den Kulturen Asiens, Afrikas und Südamerikas verbreite sich die Ansicht, dass nunmehr das Zeitalter ihrer Wertesysteme angebrochen sei. Deshalb: "Europa muss sich neu auf seine Werte besinnen, auf das, was uns im Innersten zusammenhält." Papst Franziskus habe für 2016 ein Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Die Aufmerksamkeit der Menschen solle auf die Barmherzigkeit Gottes gerichtet werden, die die Menschen ansporne, selber barmherzig zu sein. Europa stecke in einer kulturellen und geistesgeschichtlichen Krise und wisse nicht, wie mit den Herausforderungen des Säkularismus, der Ideologien und der verschiedenen Religionen zurecht zu kommen sei. Europa brauche eine substanzielle Vertiefung des Gemeinschaftsgefühls, die beiden Lungenflügel Europas im religiösen wie im politischen Bereich müssten zusammen wachsen, so Franz Spichtinger. Wo nur das Geld regiere, gäbe es keine Gemeinschaft. Die am Rande Stehenden sollten nicht das Gefühl von Bettlerstaaten haben.

Mut zum Bekenntnis

Der Referent wünscht sich eine Rückbesinnung auf das biblische Fundament, "das immer wieder von großen geistlichen Gestalten verkündet wird". Christen sorgten sich um das "Projekt Europa" mit seinen Widersprüchen und Spannungen. Dazu brauche es Mut zum Bekenntnis und Freude an der biblischen Botschaft, machte Franz Spichtinger deutlich. "Dann müssen wir keine Angst vor den gegenwärtigen Nöten haben".
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