Freie Stellen in allen Branchen

Agenturchef Joachim Ossmann (Mitte) bilanzierte mit Ralf Kohl (IHK-Bereichsleiter Berufsbildung, links) und dem Geschäftsführer der Handwerksklammer, Toni Hinterdobler (rechts), das Ausbildungsjahr 2013/2014,. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
30.10.2014
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Im Jahr 2030 werden in der Oberpfalz 30 000 Facharbeiter fehlen, berechnet die IHK. Umso intensiver sind die Bemühungen um genügend Lehrlinge. Mit Arbeitsagentur und Handwerkskammer setzt die Industrie auf Information.

Junge Leute stehen bis zu einem gewissen Grad vor einem Dilemma: Einerseits war die Auswahl an Lehrstellen kaum einmal so groß wie im vergangenen Jahr: Auf 72 Bewerber kamen im Bezirk der Arbeitsagentur (Kreise Cham, Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) 100 Stellen. Andererseits wird den jungen Menschen gepredigt, nach möglichst hohen (Hoch-) Schulabschlüssen zu streben. Ralf Kohl von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberpfalz und der Geschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Toni Hinterdobler, werden deshalb nicht müde, für die Aufstiegschancen zu werben, die eine abgeschlossene Lehre berge. An Akademikern, rechnete Kohl vor, wird 2030 nämlich bei weitem kein so großer Mangel herrschen wie an Facharbeitern.

Der Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, Joachim Ossmann, weiß um die zwei Seiten der Ausbildungsmarkt-Medaille: Einerseits war die Situation für Bewerber um eine Lehrstelle selten so gut wie in den vergangenen vier Jahren. Andererseits werde der Rückgang an Bewerbern früher oder später den Unternehmen Probleme bereiten, sagte Ossmann bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er zog Bilanz über das Ausbildungsjahr. Die Betriebe meldeten im Gesamtbezirk 3984 Lehrstellen, knapp 6 Prozent weniger als 2013. Die Zahl der Bewerber sank auf 2882. Bis auf sechs kamen alle unter - sei es in der Lehrstelle (76 Prozent), an weiterführenden Schulen oder in Praktika (15 Prozent) oder in Fördermaßnahmen (1,5 Prozent).

Das Handwerk registrierte 1043 neu geschlossene Lehrverträge, 132 Stellen im Agenturbezirk sind noch frei. "Der Markt ist noch in Bewegung. Bewerbungen sind auch jetzt noch möglich", sagte Hinterdobler. Er betonte wie Ossmann die Bedeutung der Berufsorientierung und verweis auf die zahlreichen Angebote, die auch die Kammern bieten. Ralf Kohl, bei der IHK zuständig für Berufsbildung, untermauerte seine Vorredner: Rund 160 Ausbildungsberufe gibt es alleine unter dem Dach der IHK. "Bekannt sind vielleicht 20", sagte Kohl. Im Bezirk der Arbeitsagentur registrierte die IHK Ende September 1632 neue Lehrverträge. Auch hier gilt: Bewerbungen sind noch möglich. Und: "Freie Stellen gibt es in beinahe allen Branchen".

Die Bewerber bleiben trotz aller Girls- und Boys-Days dem traditionellen Rollenbild verhaftet. Ossmann legte die Favoriten der Ausbildungsberufe der Mädchen und Jungen vor. Bei den jungen Männern liegen Kfz-Technik, Maschinenbau und Mechatronik weit vorne, in den "Top Ten" finden sich gerade drei nichttechnische Berufe (Verkauf, Bürofachkraft, Kaufmann). Bei den Damen ist in der Liste nur ein technischer Beruf zu finden: Der des technischen Zeichners auf Rang sechs.
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