"Freifunker" werben für ihre Idee und wünschen sich mehr Unterstützung von der Stadt -
Ein digitales Glas Wasser reichen

Die "Freifunker" trafen sich zum ersten offiziellen Treffen. Rechts Sprecher Marc Zimmerer. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.08.2015
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Ähnlich dem Projekt in Regensburg wollen Bürger der Stadt auch in Schwandorf ein Datennetz mit WLAN-Geräten aufbauen. "Es gibt bereits einige Knoten", sagt Marc Zimmerer, "aber sie reichen noch nicht aus". Der IT-Fachmann wirbt deshalb gemeinsam mit seinen Mitstreitern um mehr Bereitschaft in der Bevölkerung für die Idee der "Freifunker".

Marc Zimmerer spricht vom "digitalen Glas Wasser", das der Hausbesitzer dem Passanten reicht, "der draußen vorbeigeht". Er könne sich einwählen und kostengünstig surfen und telefonieren. Waren es 2014 bundesweit rund 2000 Teilnehmer, die als Privat- oder Geschäftsleute einen Teil ihre Knotenpunkte für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellten, so sind es heute bereits über 18 000 in 195 Städten. Diese Zahlen gab Marc Zimmerer beim Treffen der Freifunk-Initiative in der "Hufschmiede" bekannt.

Antrag liegt seit Monaten

Die beteiligten Vertreter der Jungen Union , der SPD und der Piratenpartei wünschen sich mehr Unterstützung durch die Stadt. Doch seit Monaten liege ein entsprechender Antrag bei der Stadtverwaltung zur rechtlichen Prüfung, beklagten sie beim ersten offiziellen Treffen. Eines betonen die Freifunk-Initiatoren übereinstimmend: "Dieses Projekt ist überparteilich und offen für alle". Freifunk sei eine Initiative, die versuche, ein stadtweites Datennetz auf Basis von WLAN-Routern aufzubauen. Dieses Netz soll eine freie Kommunikation innerhalb der ganzen Stadt und mit Hilfe von Peerings zu anderen Städten ermöglichen.

Geringe Kosten

Um das zu erreichen, werden Freifunkknoten benötigt, in die man sich mit WLAN-fähigen Geräten einwählen könne. Wichtig ist den Freifunkern, dass sich möglichst viele beteiligen. Jeder, der mitmachen möchte, sollte sich einen Router zulegen. Die Preise dafür liegen je nach Ausführung zwischen 15 und 20 Euro für eine WLAN- Reichweite von 50 Metern und zwischen 50 und 60 Euro mit einer Reichweite von einem Kilometer. Auf diese Router wird eine spezielle Freifunk-Software aufgespielt, die man im Netz kostenlos unter "schwandorf.freifunk.net" herunterladen kann.

Für weniger technisch Versierte stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die dies kostenlos übernehmen. Wird der Router in Betrieb genommen, verbindet er sich automatisch mit dem nächsten Freifunk-Router. So entsteht ein Netz.

Der finanzielle Aufwand für den einzelnen sei gering, erläutert Marc Zimmerer. Sicherheitsbedenken lässt er nicht gelten, denn: "Es werden keine Daten der Nutzer gespeichert". Ein besonderer Anreiz sei Freifunk auch für Asylbewerber, denn sie könnten so kostenlos mit ihrer Heimat kommunizieren.

Geschäftswelt gefragt

Weitere gewünschte Orte für Knotenpunkte seien Cafés, Friseurgeschäfte oder Gaststätten. Vier Knotenpunkte in der Breite und Rathausstraße gebe es in Schwandorf schon. Es sollten aber noch mehr werden. Wer sich über Technik und Idee informieren will kann dies im Netz unter schwandorf.freifunk.net t8un
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