Fürsorge statt Profitstreben

Pfarrer Dr. Christoph Seidl, in der Diözese zuständig für die Krankenhaus-Seelsorge und früher Pfarrer an St. Barbara, segnete die neuen Räume des Krankenhauses.
Lokales
Schwandorf
05.12.2014
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Das Krankenhaus St. Barbara als die zentrale Klinik im Landkreis - der nächste Schritt auf dem Weg dorthin wurde gestern bei einem Festakt im neuen Bettenhaus gefeiert. Zwölf Millionen Euro haben die "Barmherzigen Brüder" als Träger investiert. Eine Entscheidung gegen den Trend.

Vier Gelübde legen die Barmherzigen Brüder ab: ehelose Keuschheit, Armut, Gehorsam - und sie geloben Hospitaliät. Das bedeutet Gastfreundschaft. Für Pater Provinzial Benedikt Hau beschreibt das die Hauptaufgabe seines Ordens: "Wir wollen uns insbesondere für diejenigen einsetzen, die krank, behindert, alt oder benachteiligt sind." In dieser Tradition sieht Pater Benedikt das Engagement für das Krankenhaus St. Barbara, gerade auch was das neue "Medizinische Versorgungszentrum im Park" und die neue Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe anbetrifft. "In Zeiten, in denen landauf, landab Geburtenstationen aus Kostengründen schließen, haben wir uns für einen Schritt gegen den Trend entschieden. Damit haben wir kein Geschäft, sondern Verantwortung übernommen", sagte der Provinzial unter Applaus der anwesenden rund 100 Gäste. Unter ihnen waren auch einige Niederbronner Schwestern, die vor den "Barmherzigen" jahrzehntelang das Krankenhaus führten und die Segnung der neuen Räume mitfeierten.

"Resonanz sehr positiv"

Geschäftsführer Dr. Martin Baumann gab einen kurzen Abriss über die 12-Millionen-Investition, die in den vergangenen Monaten in rekordverdächtiger Zeit abgewickelt wurden: Das neue Bettenhaus mit 30 Zimmern und das MVZ im Park (wir berichteten), dazu der neue OP. Chefarzt Dr. Detlev Schoenen erinnerte an den kontinuierlichen Aufbau in den vergangenen Jahren, der St. Barbara "zum führenden Haus im Landkreis" gemacht habe: "Im Gegensatz zum Trend des Bettenabbaus hat das Land Bayern die Planbettenzahl für unser Haus erhöht". Der Anbau war eine Notwendigkeit. "Diesen Auftrag hat unser Träger wahrgenommen, der seine Aufgabe in der Fürsorge für kranke Menschen und nicht im Profitstreben sieht." Der neue OP-Bereich biete viele Vorteile für Patienten und Mitarbeiter.

Wirtschaftliche Zwänge einerseits und gute, menschliche Medizin andererseits stellte auch Leitender Medizinaldirektor Dr. Heinrich Körber von der Regierung der Oberpfalz in den Mittelpunkt seiner Rede: "Der Sparzwang darf nicht die Oberhand über eine qualitativ gute und menschliche Medizin gewinnen." Die 1,8 Millionen Euro Zuschuss seien gut angelegtes Steuergeld, "haben Sie sich doch als gemeinnützige Krankenhaus GmbH der Barmherzigen Brüder nicht die Gewinnmaximierung, sondern eine fachlich gute und menschliche Medizin auf die Fahnen geschrieben".

Der Erfolg eines Krankenhauses lasse sich in Statistiken und Zahlen messen, sagte stellvertretender Landrat Joachim Hanisch, er hält es aber für mindestens genau so wichtig, welchen Ruf ein Haus genießt. "Die Resonanz in der Bevölkerung ist sehr, sehr positiv", sagte er und gratulierte so dem Träger. Oberbürgermeister Andreas Feller betonte in seinen Dankesworten die Bedeutung des Hauses für Stadt und Region. Den Segen für die neuen Räume sprach Pfarrer Dr. Christoph Seidl.
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