Gas geben für Elektroautos

Peter Uhl aus Schmidgaden bot den Besuchern der Ausstellung eine Probefahrt mit seinen Segways an.
Lokales
Schwandorf
02.11.2014
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130 000 Fahrzeuge sind im Landkreis angemeldet, nur 37 davon sind Elektromobile und 122 haben Hybrid-Antrieb. Trotz dieses Ungleichgewichts ist der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Albert Vetterl, "vom Elektroauto überzeugt".

Der KFZ-Meister und Inhaber eines Autohauses in Teublitz betonte bei der Eröffnung der Ausstellung "Elektromobilität verbindet" am Freitag im Management- und Technologiezentrum Charlottenhof: "Wenn wir es ernst meinen mit dem Ziel, unser steigendes Mobilitätsbedürfnis möglichst klimafreundlich zu gestalten, dann werden wir um das Thema Elektromobilität nicht herumkommen".

Albert Vetterl erwartet von den Kommunen mehr Engagement. Er hat keinerlei Verständnis für die Haltung der Schwandorfer Stadträte, für die die Technik der Elektroautos noch nicht ausgereift und zu teuer sei und deshalb ein Kauf nicht in Frage komme. Weder das eine noch das andere treffe zu, so Vetterl. Er sieht in "dieser zentralen Zukunftstechnologie" vielmehr große Potenziale für das Kraftfahrzeug- und Elektrohandwerk. Wenn bis zum Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen, wie es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt habe, dann sei eine branchenübergreifende Zusammenarbeit erforderlich. Vetterl sagte: "Neben marktreifen Zukunftstechnologien sind auch eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie flexible und verlässliche Verkehrssysteme wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Wirtschaft".

Steuerfrei und ohne Sprit

Marc Kraus vom gleichnamigen Autohaus in Bodenwöhr präsentierte bei der Ausstellung den "Renault Zoe" mit 88 PS und einer Reichweite von 80 Kilometern. Für ihn ist das E-Mobil auf kurzen Strecken durchaus wirtschaftlich, "weil es steuerfrei ist und ohne Sprit auskommt". Daneben stellten vier weitere Autohäuser im Landkreis Elektrofahrzeuge vor.

Die Wanderausstellung des "Schaufensters Bayern - Sachsen" ist vier Wochen lang im CMT Charlottenhof zu sehen. Für Projektleiter Dr. Guido Weißmann müsse die Elektromobilität "erst noch in den Köpfen der Menschen ankommen". Der promovierte Diplom-Physiker wirbt für ein Gesamtkonzept für den Alltag, in dem das E-Mobil nur einer von vielen Faktoren sei. "Elektromobilität ist mehr als reine Antriebstechnologie", sagte Dr. Guido Weißmann.

Sie sei ein "ganzheitliches, nachhaltiges und zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für unterschiedlichste Nutzergruppen und Verkehrssituationen". Elektromobilität trage zu Klima- und Umweltschutz bei und habe essenzielle Bedeutung für die deutsche Wirtschaft.

100 beteiligte Unternehmen

Die Initiative "Elektromobilität verbindet Bayern und Sachsen" ist eines von vier bundesweiten Schaufenstern mit 100 beteiligten Unternehmen aus beiden Bundesländern und einem Volumen von 130 Millionen Euro. In den verschiedenen Projekten geht es um die Entwicklung künftiger Energie- und Verkehrssysteme.
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