Gedanken an Randolph von Breidbach-Bürresheim in Fronberg - Vor 70 Jahren im KZ verstorben
Für Freiheit in den Tod gegangen

Lokales
Schwandorf
17.06.2015
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Mit einem Gottesdienst in der Fronberger Schlosskapelle gedachten am Freitagabend die Familie von Breidbach-Bürresheim, die "Wolpertinger" und Fronberger Bürger des Todes von Randolph von Breidbach-Bürresheim vor 70 Jahren. Der 32-Jährige starb am 13. Juni 1945 in der Krankenabteilung des KZ Sachsenhausen an den physischen und psychischen Folgen seiner gut zweijährigen Haft in verschiedenen Gefängnissen des Hitler-Regimes. Der Oberleutnant und Nazigegner hatte in drei Briefen - den sogenannten Breidbach-Berichten - vom September bis November 1942 an Dr. Josef Müller in München unter anderem von den Verbrechen der Deutschen an der Zivilbevölkerung sowie der schlechten Kampfmoral der Truppe berichtet und sich für die Wiederherstellung Polens ausgesprochen. Der "Ochsensepp", Josef Müller, war in kirchliche Widerstandkreise eingebunden und hielt Kontakt zur Gruppe um Canaris. Im Frühjahr 1943 flogen zahlreiche Nazigegner wie Dietrich Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi auf, in dessen Folge auch von Breidbach verhaftet wurde. Trotz Freispruchs blieb er weiterhin im Gefängnis, was er nicht überlebt hat.

Neffe Hubertus von Breidbach-Bürresheim trug beim Gottesdienst, den Pater Thomas zelebrierte und Fabian Borkner musikalisch begleitete, den Beitrag über seinen Onkel aus dem Martyrologium des 20. Jahrhunderts vor. Er war "ein Märtyrer und Opfer im Kampf gegen die Diktatur" wird dort der CSU-Gründer Josef Müller zitiert. "Wolpertinger"-Präsident Otto Karl erinnerte in seinem Schlusswort daran, "dass es Leute gab, die für die Freiheit in den Tod gegangen sind".

Die Kollekte des Gottesdienstes wird für die Petruskapelle verwendet, die eine Gedenktafel an Randolph von Breidbach-Bürresheim enthält. Die "Wolpertinger" kümmern sich um den Erhalt des Kirchleins und sammeln Spenden für neuerliche Renovierungsarbeiten.
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