Gedenken an den Anschlag eines Rechtsextremen am 17. Dezember 1988 mit vier Opfern
"Unbegreiflichen Anschlag nicht vergessen"

Ein Bild vom 18. Dezember 1988: In der Nacht zuvor hatte ein Rechtsextremer Feuer im ehemaligen "Habermeier-Haus" am Schlesierplatz gelegt. Vier Menschen kamen in den Flammen ums Leben. Archivbild: Götz
Lokales
Schwandorf
16.12.2014
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Es war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Stadt: Bei einem Brandanschlag am 17. Dezember 1988 auf ein Haus am Schlesierplatz kamen vier Menschen ums Leben. Das Feuer hatte ein Rechtsradikaler gelegt. Am Mittwoch Abend gedenkt die Stadt in der Spitalkirche der Opfer.

Den Gedenktag nimmt OB Andreas Feller zum Anlass, sich mit einem Aufruf für Toleranz, Integration und Menschlichkeit an die Bürger der Stadt zu wenden. "Vor 26 Jahren geschah das Unfassbare und wir haben den unbegreiflichen Anschlag nicht vergessen", schreibt Feller, "wir haben vor allem die Opfer, Osman, Fatma und Mehmet Can und Jürgen Hübener, die bei dem verbrecherischen Anschlag ums Leben kamen, nicht vergessen. Weil er Ausländer hasste, legte ein damals 19-jähriger Rechtsextremist vorsätzlich in dem Gebäude Feuer - den Schwandorfern wird die schreckliche Brandnacht für immer in Erinnerung bleiben."

Dieses abscheuliche Verbrechen dürfe nicht vergessen werden. "Wir alle sind aufgerufen, Intoleranz und Gewalt abzulehnen. Wir alle sind aufgefordert, in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein und in allen gesellschaftlichen Bereichen mit Entschlossenheit jeder Diffamierung und jedem Angriff auf Minderheiten entgegen zu treten und sich für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen. Durch lebendiges Vorbild gilt es, Zeichen zu setzen und sich gegen alle Formen von Gewalt zu stellen", schreibt der Oberbürgermeister.

In seinem Aufruf nimmt OB Feller Bezug auch die aktuellen Geschehnisse in Unterfranken. "Die aktuellen Berichte aus Vorra über den Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft beweisen, dass rechtsextremes Gedankengut keinerlei Rücksicht auf das Schicksal verfolgter Menschen nimmt", so der OB. "Wer mit rassistischen Parolen versucht, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger auszugrenzen, wer sich über Toleranz und sittliche Werte hinwegsetzt, darf nicht mit stillschweigendem Einverständnis rechnen", schreibt Feller.

Der Schwandorfer Stadtrat habe im Jahre 2009 den einstimmigen Beschluss gefasst, in einer kommunalen Gedenkstunde an die Opfer des Brandanschlages zu erinnern und ein Bekenntnis für eine offene Gesellschaft, Integration und die Grundwerte der Demokratie abzulegen.

Zu dieser öffentlichen Gedenkstunde, die um 17 Uhr in der Spitalkirche beginnt, lädt der OB die Bürger ein: "Beweisen Sie mit uns gemeinsam, dass unsere Stadt bunt ist und keinen Platz bietet für Gewalt und Extremismus", schreibt der Oberbürgermeister.
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