Geduld und viel Geld gefragt

Das Luftbild zeigt die drei Naabbrücken. Links liegt Krondorf. Die Übergänge über den linken und den mittleren Flussarm werden erneuert. Zwischen Schuierermühle und der Spitalkirche ist im gelb markierten Kataster noch der Verlauf der alten Brücke zu erkennen. Hier könnte eine der beiden notwendigen Behelfsüberfahrten entstehen. Bild: hfz/Stadt Schwandorf
Lokales
Schwandorf
11.12.2014
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Zwei Behelfsbrücken, Verkehr in der Wöhrvorstadt, Umleitungen: Der Neubau der beiden äußeren Naabbrücken wird Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf Geduldsproben stellen. Das wurde in der Bauausschusssitzung am Mittwoch deutlich. Dafür gibt's dann auch Radwege.

Frühestens 2017, so die Einschätzung von Stadtbaumeister Roland Stehr, wird eine der größten Baustellen der vergangenen Jahre starten: Der Neubau der großen und der mittleren Naabbrücke durch das Staatliche Bauamt. Sie müssen in einwandfreien Zustand an die Stadt übergeben werden, wenn die Nürnberger Straße endgültig abgestuft wird. Eine Sanierung sei laut Auskunft des Staatlichen Bauamtes nicht wirtschaftlich. Der Bund muss also für neue Brücken sorgen.

Um die planen zu können, muss die Stadt ihre Bedürfnisse schon jetzt anmelden. Das tat der Bauausschuss in aller Deutlichkeit. In den Stadtwesten wird es Radwege geben, auch wenn das die Stadt zwei Millionen Euro kosten wird. Zuschüsse abgezogen, dürfte dennoch mindestens eine Million aus dem Haushalt finanziert werden müssen. Die Geh- und Radwege werden je Brückenseite 2,75 Meter breit.

Franz Radlinger (CSU), Max Schuierer (SPD) und Ferdi Eraslan (FW) unterstützten das lang gewünschte Vorhaben ohne Vorbehalt. Auch Dr. Jochen Glamsch (UW) stimmte der Empfehlung an den Stadtrat zu. Einig war sich der Ausschuss unter Vorsitz von zweiter Bürgermeisterin Ulrike Roidl auch darüber, dass die beiden notwendigen Behelfsbrücken zumindest für die Anlieger freigegeben werden müssen. Radlinger befürchtet während der wohl dreijährigen Bauzeit sonst ruinöse Einbrüche für die Geschäfte jenseits der Naab.

Zur Spitalkirche

Außerdem: "Wir können nicht den ganzen Verkehr drei Jahre lang über den Ettmannsdorfer Berg schicken." Der Schwerverkehr wird dann wohl den Umweg über die Nordumgehung und Fronberg nehmen müssen. Dr. Glamsch gab zu bedenken, ob der Ausbau der Wege dann auch noch notwendig sei, wenn eine weitere Naabbrücke beim Schlachthof kommen sollte. Für Radlinger und den Rest des Ausschusses keine Frage: Die bestehenden werden seiner Meinung nach immer die zentralen Brücken bleiben, vor allem auch für die Schulkinder. Die eine Behelfsbrücke wird nach Darstellung Stehrs nördlich der bestehenden von Krondorf zur Wöhrvorstadt führen, dort zwischen Bundesstraße und Gasthof Baier anschließen. Das benötigte Grundstück hat der Bund dem Vernehmen nach schon erworben, das Gebäude wird abgerissen. Die zweite Behelfsbrücke greift den historischen Übergang auf und wird etwa von der Schuierer-Mühle aus den Fluss Richtung Spitalkirche überspannen.

Die Hochrainstraße zwischen Heinrich-Heine- und Lampartstraße ist noch immer eine Schotterpiste. Das soll sich ändern. Pläne aus dem Jahr 2004, die Straße wie im südlichen Bereich vierstreifig anzulegen, führten zum Widerstand der Anlieger. Der Bauausschuss hob den entsprechenden Beschluss auf. Nun sollen an den Häusern entlang Gehsteige, dann Grün- und Parkstreifen entstehen. In der Mitte der freien Fläche wird eine 6,50 Meter breite Fahrbahn gebaut. Die Verwaltung ist derzeit noch dabei, die Kreuzung mit der Dr.-Georg-Klitta-Straße zu optimieren. Sie ist - auch wegen einer hohen Gartenmauer - schlecht einsehbar.

Keine Keller-Kneipe

Die Erweiterung der Gaststätte an der Spitzwegstraße 16 um zwei Felsenkeller hätte der Bauausschuss wohl gerne genehmigt - wäre da nicht die Parkplatzfrage. Nach der städtischen Verordnung wären zwei zusätzliche Stellplätze oder eine Ablöse von 7600 Euro notwendig. Offenbar zeigte der Bauherr aber keine Bereitschaft, diese Auflagen zu erfüllen. "Gleiches Recht für alle", argumentierten die Sprecher im Ausschuss und lehnten das Vorhaben schließlich einstimmig ab.
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