Gefälschte Schreiben: Niemals Kontodaten preisgeben
Betrug per E-Mail

Lokales
Schwandorf
26.02.2015
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Mit PayPal kann man, zum Beispiel bei Internetauktionen, seine finanziellen Verbindlichkeiten rasch regeln und braucht nicht eigens zur Bank, um eine Überweisung auszufüllen. Davon machen unterdessen Millionen von Menschen Gebrauch. Einige von ihnen sollten dieser Tage auch im Kreis Schwandorf auf üble Weise hinters Licht geführt werden.

Die Mail war so gemacht, dass sie keinen Zweifel an der Identität des Absenders aufkommen ließ. "PayPal" schrieb: "Im Rahmen unserer allgemeinen Sicherungsmaßnahmen prüfen wir regelmäßig alle Vorgänge in unserem System. Bei einer Überprüfung haben wir kürzlich ein Problem mit Ihrem Konto festgestellt."

Was für ein Problem? Die Nachricht, versehen mit dem PayPal-Logo und allen relevanten Adressen, gab Antwort: "Bei Ihrer letzten Kreditkartenzahlung sind ungewöhnliche Aktivitäten aufgefallen." Dazu war dann ein Button mit der Aufschrift "Konfliktlösungen" eingebaut. Der sollte gedrückt werden. Wer das tat, wurde um Angabe seiner persönlichen Daten, seiner Bankverbindung und seiner Kreditkartennummer gebeten.

Da mussten Alarmglocken schrillen. Also Anruf beim PayPal-Dauerservice und die Auskunft: "Solche Mails würden wir nie verschicken." Dazu aber auch gleichzeitig der gute Rat: "Zugangs-Passwort des Kontos sofort ändern."

Zwei Wochen zuvor hatte sich in Schwandorf ein Gerichtsprozess abgespielt, bei dem ein Zeuge bei einem ähnlichen Vorgang regelrecht aufs Kreuz gelegt worden war. Der Mann hatte von seiner Hausbank die Nachricht am PC erhalten: "Ihrem Konto sind irrtümlich von einem Telefonanbieter 4004 Euro zugebucht worden." Er müsse nur auf einen Button drücken und schon sei die Rückbuchung geregelt. Der 35-Jährige, selbst Computerspezialist in Baden-Württemberg, machte das und musste zur Kenntnis nehmen, dass er damit die Zahlung von 4004 Euro an einen ihm völlig unbekannten Schwandorfer in Gang gebracht hatte. Der sollte dann den Betrag "waschen" und an einen fremden Adressaten weiterleiten.

Argwohn schöpfte der Betrogene PC-Spezialist bei dieser Transaktion nicht. Warum? "Es war schier unglaublich. Die Nachricht sah bis ins kleinste Detail so aus, als ob sie von meiner Bank kam. Selbst der Name meiner Beraterin und einzelne Ziffernkombinationen stimmten."
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